Quarantäneschadorganismen

Viele dieser Schädlinge bedrohen nicht nur die Pflanzen direkt, sondern auch die biologische Vielfalt insgesamt in den zu schützenden Gebieten.
Die finanziellen Schäden können beim Befall von Wirtschaftswald beträchtlich sein, da nur Kahlschlagsmaßnahmen zur Sanierung der Bestände geeignet sind.

Wichtige Quarantäneschädlinge

Asiatischer Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis)

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis, kurz ALB) ist in Deutschland einer der prominentesten Vertreter invasiver Schadorganismen an Gehölzen. Die Art tritt seit 2001 in der EU auf, der Erstnachweis in Deutschland erfolgte 2004 im bayerischen Neukirchen am Inn. Seitdem unterliegt die Bockkäferart strengen Vorkehrungen und Maßnahmen, die ein Ausbreiten innerhalb der EU verhindern und die Bekämpfung sicherstellen sollen.

Der Käfer konnten sich seit dem Erstauftreten in Raum Passau weitere sechs Mal in Bayern etablieren: Feldkirchen (2012), Ziemetshausen-Schönebach (2014), Neubiberg (2014), Murnau (2016), Kelheim (2016) und Miesbach (2019). Durch die konsequente Umsetzung der von der EU vorgeschriebenen Bekämpfungsmaßnahmen konnte der Käfer in allen bayerischen Befallszonen wieder ausgerottet werden. Seit Ende 2024 gilt Bayern als befallsfrei.

Um eine erneute Einschleppung des Käfers nach Bayern zu verhindern, kontrolliert der zuständige Pflanzenschutzdienst im internationalen Warenverkehr die Umsetzung phytosanitärer Standards beim Verpackungsholz.

Praxishilfe Asiatischer Laubholzbockkäfer

Kiefernholznematode (Bursaphelenchus xylophilus)

Das Vorkommen des Kiefernholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) wurde anhand von 180 Sägespanproben und 53 Pheromonfängen von Bäckerböcken (Monochamus galloprovincialis), die als Vektoren der Nematoden fungieren können, überprüft. Nach wie vor gibt es keine Funde dieses Nadelholzschädlings in Bayern.

FAQs zum Kiefernholznematoden

Asiatische Ulmenbürstenhornblattwespe (Aproceros leucopoda)

Die im Sommer 2011 erstmals in Bayern bei Passau beobachtete Asiatische Ulmenblattwespe wurde 2013 erneut in diesem Raum bestätigt. Die bisherigen Funde beschränken sich auf Rast- und Parkplätze entlang der Bundesautobahn A 3. Die invasive Art kann alle heimischen Ulmenarten befallen und verursacht mit ihrem charakteristischen Zick-Zack-Fraß auffällige Blattverluste.

Phytophthora

Hinter dem Namen Phytophthora verbirgt sich eine Gattung von pilzähnlichen Mikroorganismen, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Wirtspflanzen befallen kann. An Bäumen sind vor allem die großflächigen Absterbevorgänge in Nordamerika an Eiche („Sudden Oak Death“) und der seit 2009 stattfindende Ausfall an Japanlärche in Großbritannien durch P. ramorum bekannt.

In Bayern tritt flächig im Wald nur P. alni, der Erreger der Wurzelhalsfäule der Erle, auf. Dieser ist vor allem entlang von Fließgewässern verbreitet, zusätzlich kann er mit verseuchtem Pflanzgut in noch gesunde Bestände eingebracht werden. Der unter die Quarantäneverordnung fallende Erreger P. ramorum wurde in Bayern noch nicht im Freiland nachgewiesen.

Lecanosticta

Der Erreger der sogenannten „Brown Spot Needle Blight of Pine“, Lecanosticta acicola (Hauptfruchtform Mycosphaerella dearnessii, Syn. Scirrhia acicola), wurde in der Bundesrepublik Deutschland erstmals im Jahr 1994 von einem Mitarbeiter der LWF, an einer Kiefer in einem Garten im Ortsbereich von Murnau nachgewiesen. Auch der erste deutsche Fund „im Wald“ wurde in Bayern im Jahr 2000 in einem Moor am Chiemsee gemacht.

Seither werden mögliche Befallsgebiete systematisch auf eine weitere Ausbreitung kontrolliert. Derzeit konnte in rund 15 Moorgebieten in Bayern der Nadelpilz nachgewiesen werden. Alle Nachweise stammen von der Bergkiefer (Pinus mugo), andere Kiefernarten wurden bis dato nicht befallen. Die Lecanosticta-Nadelbräune zählt besonders in Nordamerika zu den gefährlichsten Schädlingen an Kiefer. Der Befall führt zu frühzeitigem Nadelfall und verursacht somit Zuwachsverluste. Mehrjähriger Befall kann langfristig durch den laufenden Nadelverlust zum Absterben des Baumes führen.

Forschungsprojekt: Verbreitungsmuster des pilzlichen Schaderregers Lecanosticta acicola bei Pinus mugo agg. in Bayern

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