Bis heute finden sich radioaktive Spuren in unserer Natur. Zurückzuführen sind diese auf den schwersten Reaktorunfall der Geschichte nahe Tschernobyl im Jahr 1986. Mit Luftströmungen gelangten damals radioaktive Stoffe in unsere Ökosysteme. Waldpilze können noch immer radioaktives Cäsium-137 enthalten, das aus diesem Reaktorunfall, aber auch aus Kernwaffentests des 20. Jahrhunderts entstammt.
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Maronenröhrlinge gelten als Pilze, die potenziell stärker kontaminiert sein können (© K. Stangl)
Laut der Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Inge Paulini, ist der Verzehr gesammelter Pilze in üblichen Mengen in ganz Deutschland unbedenklich – es besteht kein Grund zur Besorgnis für Pilzsammlerinnen und –sammler. Vor allem in Süddeutschland kann man in einigen Gegenden auf Pilze stoßen, die über 600 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm Frischmasse enthalten und damit den Grenzwert überschreiten. Die Gesamtstrahlendosis im Körper erhöht sich nur geringfügig, wenn man nur gelegentlich Pilze mit höherer Strahlenbelastung verzehrt. Der Maronenröhrling beispielsweise gilt als potenziell stark kontaminierter Speisepilz – verzehrt ein Erwachsener pro Woche 200 g Pilze, entspricht das etwas mehr als der Strahlendosis von drei Flügen zwischen Frankfurt am Main und New York.
Der Pilzbericht des BfS informiert über die Cäsium-Gehalte in Wildpilzarten. Das BfS misst dazu jährlich den Gehalt wildwachsender Speisepilze an ausgewählten Orten.
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Einweisung in das Monitoring durch Mitarbeitende der LWF (© H. Löffler, LWF)
Von Anfang August bis Ende Oktober fand das diesjährige bayernweite Monitoring der größten Art unter den europäischen Raufußhühnern statt. Erstmals kam dabei eine speziell entwickelte App zum Einsatz, welche die Datenerhebung im Gelände deutlich erleichtert und standardisiert. Ziel des Monitorings ist es, den Bestand sowie die Lebensräume der streng geschützten Vogelart zu erfassen und zu bewerten. Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) bewohnt lichte und strukturreiche Nadelmischwälder in den bayerischen Mittelgebirgen und Alpen und gilt als Indikatorart für großflächige, intakte Wälder. Das Monitoring wurde 2022 von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft initiiert und findet alle drei Jahre an festen Inventurpunkten statt. Verschiedene staatliche und nichtstaatliche Akteure dokumentieren in Zusammenarbeit sowohl direkte Sichtungen als auch indirekte Nachweise wie Losung und Federn.
Das Waldgebiet am Mangfallknie im Landkreis Miesbach ist im vergangenen September als Naturwaldreservat ausgewiesen worden. Forstministerin Kaniber erklärte gemeinsam mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Münchens Dritter Bürgermeisterin Verena Dietl das 13 Hektar große Gebiet im Mangfalltal zum Urwald von morgen. Das Gebiet beherbergt alte Buchenwälder mit einzigartigen Kalktuffquellen sowie seltene Tier- und Pflanzenarten wie den Feuersalamander, das Große Mausohr oder den Weißrückenspecht. Grundeigentümerin des Naturwaldreservats ist die Stadt München. Seit dem Jahr 1978 hat der Freistaat insgesamt 172 Reservate mit einer Gesamtfläche von über 7.700 Hektar ausgewiesen, wobei zehn Prozent im Privat- und Körperschaftswald liegen. Die bayerischen Naturwaldreservate sind neben ihrer Bedeutung für den Waldnaturschutz auch wertvolle Forschungsflächen für die naturnahe Waldbewirtschaftung und liefern wichtige Erkenntnisse für die Waldbesitzenden. Ab sofort sichert das neue Naturwaldreservat ein Stück unvergleichliche Waldnatur für die Zukunft.
Abb. 2: Forstministerin Michaela Kaniber zusammen mit (v.l.n.r.): Dr. R. Dirsch (Vizepräsidentin der LWF), Landtagspräsidentin I. Aigner, (MdL), O. v. Löwis of Menar (Landrat Lkr. Miesbach), V. Dietl (3. Bürgermeisterin der Stadt München), L. Wöhr (1. Bürgermeister der Gemeinde Weyarn) und J. Linder (Leiter Stadtforstverwaltung München) (© J. Schmidhuber, StMELF)