Zentrum Wald-Forst-Holz - LWF aktuell 155

Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan - bestehend aus der Studienfakultät für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TU München, der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT und der Bayrischen LWF - vereint Forschung, Lehre und Beratung an einem Standort und bildet den Knotenpunkt forstlicher Kompetenz in Bayern.

Die neuesten Nachrichten und Informationen aus dem ZWFH finden Sie auf dieser Seite. Die Nachrichten aus dem Zentrum erscheinen auch stets in der jeweiligen Ausgabe der LWF aktuell.

Erstsemester starten: Volle Hörsäle an TUM und HSWT

Es ist ein Hörsaal mit ca. 200 Studenten zu sehen, die in die Kamera lächelnZoombild vorhanden

Erstsemester der Bachelorstudiengänge »Forstingenieurwesen« und »Arboristik & Urbanes Waldmanagement« an der HSWT (© J. Hiller, ZWFH)

Zum Wintersemester 2025/26 haben vorläufig rund 240 Studierende ihr forstliches Studium an der TUM School of Life Sciences aufgenommen. Etwa 125 Studierende starteten im Bachelor »Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement« und rund 60 im Masterprogramm »Forst- und Holzwissenschaft«. Für den internationalen Master »Sustainable Resource Management« haben sich 55 Studierende aus 20 Herkunftsländern entschieden. Zum Semesterstart übernimmt Prof. Peter Annighöfer, Inhaber der Professur für »Wald- und Agroforstsysteme«, die Rolle des Academic Program Directors für die forstlichen Studiengänge am TUM Campus Weihenstephan und folgt in dieser Funktion auf Prof. Thomas Knoke.

Auch an der Forstfakultät der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf begannen ca. 250 Studierende ihr Studium – rund 150 Personen im Studium Forstingenieurwesen gemeinsam mit knapp 50 Studierenden für Arboristik und Urbanes Waldmanagement. Den Master Naturraum- und Wildtiermanagement haben 55 neue Studierende begonnen – ein voller Erfolg für den ersten Jahrgang! Im Masterstudium stehen die Erfassung und Analyse komplexer räumlicher, sozialer und wildbiologischer Fragestellungen im Mittelpunkt.

Jakob Hiller

Frankenwaldtag 2025

Anfang Juli wurde der Ort Schwarzenbach am Wald zum Mittelpunkt einer der größten forstlichen Veranstaltungen in Nordbayern. Der Frankenwaldtag 2025 fand dieses Jahr in Kombination mit dem Regionalen Waldbesitzertag statt – ein Ereignis nicht nur für Waldbesitzende und Forstfachleute, sondern auch für Familien, Naturbegeisterte und alle, die sich für den Wald interessieren.

Bei freiem Eintritt und bestem Sommerwetter erlebten ca. 12.000 Gäste einen informativen, abwechslungsreichen und familienfreundlichen Tag rund um Wald, Holz und Klimaanpassung – und wir mittendrin: das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan, gemeinsam mit der Abteilung Boden und Klima der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und dem forstlichen Studienangebot am Campus Weihenstephan.

Auf dem Foto zeigt der Mann der Frau etwas. Im Hintergrund sind andere Leute zu sehen.Zoombild vorhanden

Forstministerin Michaela Kaniber informierte sich beim Präsident der LWF, Dr. Peter Pröbstle, über die neuesten Entwicklungen. (© J. Hiller, ZWFH)

Am Informationsstand erhielten Besucherinnen und Besucher fachliche Einblicke in die Chancen und Risiken verschiedener Baumarten unter den Bedingungen des Klimawandels. Anhand von Schautafeln und Merkblättern wurde dargestellt, welche Baumarten sich für unterschiedliche Standorte eignen und welche besondere Aufmerksamkeit erfordern. Zusätzlich standen Informationen zu Studienmöglichkeiten im Bereich Wald, Forst und Holz in Freising bereit.

Noch vor ihrer Festansprache besuchte Michaela Kaniber, die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, unseren Stand im Rahmen ihres Ausstellungsrundgangs. Auch Landrat Oliver Bär und Bürgermeister Reiner Feulner sowie die amtierende Bayerische Waldkönigin Patricia Vogl schauten bei uns vorbei.
Es ist ein Mann an einem Messestand zu sehen. Auf dem Tisch unter dem Pavillon steht ein Luchs.Zoombild vorhanden

Ein echter Luchs zog das Interesse von Jung und Alt auf sich und auf das Luchsprojekt der HSWT (© J. Hiller, ZWFH )

Das Programm mit über 120 Ausstellern bot ein breites Spektrum an Fach- und Mitmachangeboten. Auf dem Ausstellungsgelände präsentierten sich unter vielen anderen auch die Bayerische Waldbauernschule mit einem Spannungssimulator, die SVLFG und das Wasserwirtschaftsamt. Auf dem angrenzenden Waldparcours führten Fachleute praktische Arbeiten wie Holzrückung oder Pflanzung vor. Die LWF zeigte mit dem Rindenschlitzen eine Alternative zur Vollentrindung zur Borkenkäferbekämpfung. Für Kinder und Familien gab es viele Programmpunkte mit Waldrätseln, Bastelstationen und Mitmachangeboten, um die Bedeutung des Waldes spielerisch zu vermitteln.

Begleitende Fachvorträge gaben Impulse zu aktuellen forstlichen Fragestellungen:

  • Wiederaufforstung oder natürliche Wiederbewaldung – was hat sich bewährt? (Dr. Peter Pröbstle, Präsident der LWF)
  • Schadflächen im Frankenwald – Erfahrungen und Perspektiven (Johann Geiger, Waldbauexperte Nordbayern der LWF)
  • Wald und Wild – Lösungsansätze aus dem Landkreis Hof (Wolfgang Wirth, Kreisjagdberater)

Der Frankenwaldtag 2025 verdeutlichte erneut die Relevanz von Waldbewirtschaftung, Klimaanpassung und forstlicher Bildung. Der offene Austausch, die praxisnahe Wissensvermittlung und das breite Themenspektrum haben gezeigt: Der Wald bewegt – fachlich, emotional und generationenübergreifend. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Mal!

Maja Bosch

Leiterwechsel im Forstzentrum Weihenstephan: Andreas Rothe folgt auf Peter Pröbstle

Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan (ZWFH) hat einen neuen Leiter: Prof. Dr. Andreas Rothe, der frühere Dekan der Fakultät Wald und Forstwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, übernahm turnusgemäß zum 1. Oktober 2025 diese Funktion von Präsident Dr. Peter Pröbstle, dem Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan ist der Zusammenschluss der drei forstlichen Forschungs- und Lehrinstitutionen am Campus Freising-Weihenstephan. Seit über 20 Jahren arbeiten die Technische Universität München (TUM), die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) im Forstbereich vertrauensvoll zusammen. Eine solche institutionalisierte Zusammenarbeit mit eigener Geschäftsstelle ist auf dem Gebiet der Wald-, Forst- und Holzwirtschaft europaweit einmalig.

Zwei Männer lächeln in die Kamera und halten mit je einer Hand eine mini Leinwand vor den Körper.Zoombild vorhanden

Andreas Rothe übernimmt das Leiteramt am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan von Peter Pröbstle (© J. Hiller, ZWFH)

Alle zwei Jahre wählt der Koordinierungsrat einen neuen Vorsitzenden. Mit dem Vorsitz im Rat ist auch die Leitung des Forstzentrums verbunden. Dr. Rothe bleibt nach wie vor Professor an der HSWT, die Funktion der Zentrumsleitung übernimmt er zusätzlich. »Als langjähriger Kenner aller drei Partner liegt mir das Forstzentrum besonders am Herzen. Deshalb freue ich mich besonders, diesen Zusammenschluss dreier renommierter Einrichtungen jetzt als Leiter zu vertreten. Gerne will ich die bewährte Zusammenarbeit bei Ausbildung, For­schung und Praxistransfer weiterentwickeln und auch neue Impulse setzen, z. B. bei der Einwerbung gemeinsamer Forschungsprojekte.«, so Rothe.

Der Koordinierungsrat des ZWFH besteht aus sieben Personen: Prof. Dr. Thomas Knoke und Prof. Dr. Annette Menzel vertreten die TUM. Die HSWT hat Prof. Dr. Jörg Ewald sowie Prof. Dr. Andreas Rothe in das Gremium entsandt. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) vertritt Ministerialrat Sören Timm. Die Runde komplettieren der LWF-Präsident Dr. Peter Pröbstle sowie die LWF-Vizepräsidentin Dr. Ruth Dirsch.

Jakob Hiller

Zur Person

Das Foto ist ein Portrait von einem dunkelhaarigen Mann. Er trägt eine Brille und ein rotes Hemd

Prof. Dr. Andreas Rothe
Der studierte Forstwissenschaftler arbeitete nach erfolgreicher Referendarzeit und kurzer Tätigkeit am Forstamt München sieben Jahre als ab­geordneter Forstbeamter am damaligen Lehrstuhl für Bodenkunde und Standortslehre der TUM. Dort promovierte er mit summa cum laude über Mischbestände aus Fichte und Buche. Nach mehrjähriger Tätigkeit im Referat Waldbau und Nachhalts­sicherung am bayerischen Forst­ministerium wurde er 2005 als Professor für das Lehrgebiet »Angewandte Standortslehre und Ressourcenschutz« an die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf berufen. Prof. Rothe war lange Jahre in der Leitung der Fakultät Wald und Forstwirtschaft tätig, darunter sechs Jahre als Dekan. Von 2016 bis 2019 arbeitete er im Zuge einer Freistellung für die Bayerischen Staatsforsten im Bereich Forsteinrichtung und als Revierleiter. Auslandstätigkeiten führten ihn nach Australien, USA und verschiedene Länder Europas. Prof. Dr. Rothe kennt den Forststandort Weihenstephan seit Anfang der 1990er Jahre und ist seit 2007 Mitglied im Koordinierungsrat des Zentrums. Entsprechend seines beruflichen Wirkens hat er sich stets für eine enge Vernetzung von forstlicher Praxis, Ausbildung und Forschung eingesetzt.

Freisinger Förster laufen Halbmarathon

Es sind neun Männer mit Startnummern auf den T-Shirts zu sehen, die in die Kamera lächeln.Zoombild vorhanden

Neun Freisinger Förster waren beim Halbmarathon dabei (© HSWT)

Ausdauerstark unterwegs waren neun Förster beim Regensburg Marathon. Auf der 21,1 Kilometer langen Strecke bewiesen die Teilnehmenden Teamgeist, Durchhaltevermögen und Freude an der sportlichen Herausforderung. Einmal wöchentlich trafen sich die Sportler vorab, um für das Event zu trainieren und sich auf die Strecke vorzubereiten. Für einige des Teams war es der erste erfolgreich gelaufene Halbmarathon.

Jakob Hiller

Absolvent der HSWT gewinnt Deutschen Waldpreis

Nach dem flächigen Verlust seiner Fichtenbestände durch den Borkenkäfer hat Torsten Dörmbach den Waldumbau entschlossen in die Hand genommen. Mit 39 verschiedenen Baumarten setzt er auf Vielfalt und Klimastabilität. Als erste Jagdgenossenschaft in NRW hat seine Gemeinschaft die jagdliche Eigenbewirtschaftung eingeführt – ein wichtiger Schritt zur Förderung der Naturverjüngung. Dafür erhielt Torsten Dörnbach die Auszeichnung »Waldbesitzer des Jahres 2025«.

Ein Mann und eine Frau halten lächelnd ihren Waldpreis und stehen vor einer Wand mit BildZoombild vorhanden

»Waldbesitzer des Jahres 2025« Torsten Dörmbach zusammen mit der »Försterin des Jahres 2025« Monika Runkel (© W. Schui)

Die Verleihung des Preises fand am 10. Juli 2025 im feierlichen Rahmen im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin statt. Schirmherr des Deutschen Waldpreises ist der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer. Der Bundeslandwirtschaftsminister bedankte sich bei den Preisträgern für ihr großes Engagement für den Wald. »Der Wald ist unser unverzichtbarer Klimaschützer, er ist Rohstofflieferant und Erholungsraum zugleich. Der Deutsche Waldpreis rückt die Menschen in den Fokus, die mit Leidenschaft, Verantwortung und Weitblick für den Erhalt unserer Wälder arbeiten. Ihr Engagement ist heute wichtiger denn je und verdient höchste Anerkennung.« Die Preisträger leisten einen wichtigen Beitrag zur ökologischen, ökonomischen und sozialen Zukunftsfähigkeit der Wälder in Deutschland.

Seit 2018 würdigt das Fachportal forstpraxis.de aus dem Hause dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag mit dem Deutschen Waldpreis Persönlichkeiten, Institutionen und Initiativen, die sich in herausragender Weise für Wald, Forstwirtschaft und den ländlichen Raum engagieren.

Seit einem Jahr Promotionsrecht an der HSWT

Ein Mann mit Mikrophon überreicht dem anderen lächelnden Mann mit Urkunde in der Hand die HandZoombild vorhanden

Seit einem Jahr ist die HSWT durch das Promotionszentrum »Sustainable Land Use Systems« (PZ SusLand) befugt, eigenständig den Doktortitel (Dr. agr. oder Dr. rer. nat.) zu vergeben. HSWT- Präsident Dr. Eric Veulliet (li) überreichte die Urkunde zur Promotionsberechtigung an Prof. Dr. Jörg Ewald (re) (© J. Gangkofer)

Starker Schritt in der Hochschulentwicklung
Zum 1. Juli 2024 verlieh der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf das eigenständige Promotionsrecht für das Promotionszentrum »Sustainable Land Use Systems«. Das PZ SusLand eröffnet Promovierenden und Betreuenden neue Möglichkeiten – durch Fokussierung auf ein hochaktuelles Feld der angewandten Forschung, gezielte Begleitangebote und einen klar strukturierten Weg für den wissenschaftlichen Nachwuchs. 16 forschungsstarke Professorinnen und Professoren der HSWT, die die Verleihungskriterien des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes erfüllen, bilden als Gründungsmitglieder den Kern des Zentrums. Seit 2025 können weitere Professorinnen und Professoren der HSWT einen Antrag auf Aufnahme stellen – mittlerweile zählt das PZ 21 professorale Mitglieder.

HSWT-Präsident Dr. Eric Veulliet überreichte die Urkunde mit der Promotionsberechtigung im Februar 2025 an den wissenschaftlichen Leiter des Promotionszentrums Prof. Dr. Jörg Ewald, stellvertretend für die 21 Professorinnen und Professoren des Promotionszentrums.
Erste Promovierende seit April

Anfang April hat das PZ SusLand vier Promovierende aufgenommen. Eine Promotion wird immer durch zwei Professoren bzw. Professorinnen betreut, wobei die Erstbetreuung durch einen Professor oder eine Professorin des Promotionszentrums erfolgen muss. Prof. Dr. Jörg Ewald zeigt sich nach einem Jahr überaus zufrieden: »Mit SusLand spielt die HSWT ihr Alleinstellungsmerkmal als forschungsstarke grüne Hochschule aus. Wir möchten die besten Köpfe dafür gewinnen, die Transformation unserer Landschaften kritisch, kreativ und konstruktiv zu begleiten.« Inzwischen promovieren 12 Personen im Promotionszentrum.

Praxisnah promovieren

Die Promovierenden am PZ SusLand schätzen besonders die interdisziplinären Möglichkeiten und die praxisnahe Einbindung. Zudem machen die enge Betreuung vor Ort und die kurzen Wege das Promovieren an der HSWT attraktiv.

Stark in der Region, global relevant

Mit seiner klaren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit trägt das Promotionszentrum der HSWT nicht nur zur Lösung globaler Herausforderungen bei – es stärkt auch die Forschungsstandorte der HSWT und bringt neues Wissen direkt in die Regionen.

Eine Bewerbung für den 1. Januar 2026 für Doktoranden und Doktorandinnen ist noch bis zum 1. November 2025 möglich. Weiterführende Informationen und Ansprechpartner sowie Hinweise für eine professorale Mitgliedschaft am PZ SusLand finden Interessierte auf der Seite des Promo­tions-
zentrums.

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Weiterführende Informationen