Waldklimastationen
Winterlicher Januar - LWF aktuell 157
von Dr. Lothar Zimmermann, Dr. Stephan Raspe
Niederschlag – Temperatur – Bodenfeuchte
Der Monat war durch Hochdruck bestimmt und damit außergewöhnlich sonnig und sehr trocken. Ein umfangreiches Hoch über Russland blockierte die vom Atlantik heranziehenden Tiefdruckgebiete, sodass sich die meisten Fronten bei uns auflösten.
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Abb. 1a: Absolute Abweichung der Lufttemperatur vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)
Mit 1,3 °C war der Dezember 2025 milder als das langjährige Mittel (+1,9° zu 1961–90). Die Sonnenscheindauer lag mit 68,1 Stunden ungewöhnlich hoch über dem langjährigen Mittel (+79 %). Nur der Dezember 1972 brachte noch mehr Sonne. Teilweise wurden mehr als 100 Stunden Sonnenschein gemessen. Mit nur 19,0 l/m² fiel nur ein Viertel des langjährigen Niederschlags (–75 %).
Endlich wieder kalt, endlich wieder etwas Schnee – so kannte man den Januar aus der Klimaperiode 1961–90, bevor der Klimawandel uns immer öfter milde Winter bescherte. Polare Meeresluft im Wechsel mit kalt-trockener Kontinentalluft sorgte für Winterwetter mit Schnee und Sonne.
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Abb. 1b: Prozentuale Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)
Der Januar 2026 entsprach mit –2,0 °C dem Mittel der Klimaperiode 1961–90; im Vergleich zur aktuellen, wärmeren Klimaperiode 1991–2020 war er so-gar –1,5° kälter! Örtlich kam es nach klaren Nächten zu sehr strengem Frost mit Temperaturen unter –15 °C, vor allem über Schneeflächen. Der bundesweite Januarrekord wurde am 6. Januar an der DWD-Klimastation Oberstdorf mit –21,7°C gemessen. Als monatlicher Maximalwert wurde in Wielenbach am 15. Januar 14,2 °C registriert. Mit 48,9 l/m² fiel gleichzeitig rund ein Viertel weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel (–26 %). Dabei war der Rückgang nördlich der Donau mit –11 % deutlich geringer als südlich mit –43 %. Besonders Unterfranken erhielt überdurchschnittlich viel Niederschlag. An den Alpen und im östlichen Bergland hielt sich die Schneedecke den gesamten Monat über, während sie in tieferen Lagen nur zeitweise bestand. Der Monat war mit 88,7 Sonnenstunden außergewöhnlich sonnig (+79 %). Damit war er nach 2006 der zweitsonnigste Januar seit 1951, dem Beginn flächenhafter Messungen der Sonnenscheindauer. An den Alpen und im Alpenvorland wurden über 100 Sonnenstunden gemessen.
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Abb. 2: Entwicklung der Bodenwasservorräte im gesamten durchwurzelten Bodenraum in Prozent zur nutzbaren Feldkapazität (© LWF)
Abb. 3: Mittlere Lufttemperatur und Niederschlagssumme an den Waldklimastationen sowie an der Wetterstation Taferlruck
| Waldklimastationen | Höhe ü,NN [m] | Dezember 2025 Temp, [°C] | Dezember 2025 NS [l/m²] | Januar 2026 Temp, [°C] | Januar 2026 NS [l/m²] |
|---|---|---|---|---|---|
| Altdorf (ALT) | 406 | 1,8 | 12 | –1,5 | 63 |
| Altötting (AOE) | 415 | 1,2 | 14 | –2,8 | 31 |
| Bad Brückenau (BBR) | 812 | –1,4 | 39 | –4,7 | 71 |
| Berchtesgaden (BER) | 1500 | –1,5 | 35 | –6,5 | 39 |
| Dinkelsbühl (DIN) | 468 | 0,3 | 15 | –2,7 | 48 |
| Ebersberg (EBE) | 540 | 0,2 | 26 | –3,2 | 34 |
| Ebrach (EBR) | 410 | 0,7 | 19 | –2,8 | 99 |
| Flossenbürg (FLO) | 840 | –1,1 | 21 | –5,4 | 68 |
| Freising (FRE) | 508 | 0,7 | 21 | –2,5 | 44 |
| Goldkronach (GOL) | 800 | –1,1 | 37 | –5,3 | 98 |
| Höglwald (HOE) | 545 | 0,9 | 16 | –1,9 | 51 |
| Kreuth (KRE) | 1100 | 1,7 | 34 | –1,3 | 79 |
| Mitterfels (MIT) | 1025 | –1,1 | 30 | –4,5 | 66 |
| Riedenburg (RIE) | 475 | 0,2 | 17 | –3,1 | 37 |
| Rothenkirchen (ROK) | 670 | –1,3 | 21 | –4,7 | 41 |
| Rothenbuch (ROT) | 470 | 1,7 | 26 | –1,8 | 100 |
| Sonthofen (SON) | 1170 | –0,3 | 13 | –3,8 | 73 |
| Taferlruck (TAF) | 770 | –2,9 | 32 | –6,5 | 86 |
| Würzburg (WUE) | 330 | 1,6 | 16 | –0,8 | 49 |
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Autoren
- Dr. Lothar Zimmermann
- Dr. Stephan Raspe

