Waldklimastationen
Wechselhaft mit einem winterlichen Vorgeschmack - LWF aktuell 156
von Dr. Lothar Zimmermann und Dr. Stephan Raspe

Niederschlag – Temperatur – Bodenfeuchte

Trüb, windig, regnerisch, kühl und dann wieder im Wechsel sonnig bei milden Temperaturen, so gestaltete sich dieser Oktober sehr wechselhaft.

Die Bayern-Karte zeigt von beiden Monaten die mittlere Temp-Abweichung zum Mittel aller WKSsZoombild vorhanden

Abb. 1a: Absolute Abweichung der Lufttemperatur im langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Der Monat startete mit ruhigem, trockenem und relativ mildem Wetter, sodass die Lufttem­peraturen für Anfang Oktober vergleichsweise hoch waren. Al­lerdings setzte schon nach ein paar Tagen Tiefdruckeinfluss mit windigem und regnerischem Herbstwetter ein. Starke Bewölkung ging besonders an den Alpen mit schauerartig verstärktem Dauerregen einher, wobei gleichzeitig die Schneefallgrenze sank. In den Hochlagen des Bayerischen Wal­des wurden am 5. und 6. Oktober ebenfalls höhere Nie­derschlagsmengen verzeichnet.(DWD-Station Gr. Arber: 53,9 l/m², WKS Mitterfels: 51,9 l/m²). Bis zur Monatsmitte setzte sich ein Hoch durch. Das Hochdruckwetter brachte neben Sonnenschein oft Nebel mit sich. Trotz Wolken blieb es meist trocken, lediglich im Osten kam es durch schwache Tiefausläufer zu leichtem Nieselregen. An der DWD-Station Straubing wurde vom 7.–20.Oktober kein Niederschlag gemessen. Für Mitte Oktober waren die Lufttemperaturen tagsüber weiterhin hoch, nachts gab es bodennah schon die ersten Fröste. Die Blattverfärbung an der Stiel­eiche setzte zwei Tage früher als in den letzten Jahren üblich ein (16.10.), was den Beginn des phänologischen Spätherbstes einläutete. In der letzten Monatsdekade zogen erneut Tiefausläufer durch, wodurch zunächst die Bewöl­kung zunahm und anschließend Schauer einsetzten, zum Teil auch als Dauerregen (26./27.10.: DWD-Station Zugspitze: 45 l/m², WKS Sonthofen: 33 l/m²). Bis zum Monatsende blieb es unbeständig und windig, teilweise stürmisch auflebend, sodass sich der herbstliche Blattfall be­schleunigte. Ein Zwischenhoch brachte zum Monatsende Sonne und Milde­rung. Im Oktober waren die Bodenwasserspeicher an allen Waldklimastationen mit Bodenfeuchtemessungen ausreichend bis gut gefüllt, außer an der WKS Würzburg. Dort stieg der Füllstand des Bodenwasserspeichers bis Monatsende von 25 % auf 35 % an (Abbildung 2).
Das Liniendiagramm zeigt den Bodenwasserspeicher und den Trockenstress verschiedener Orte Zoombild vorhanden

[i] Abb. 2: Entwicklung der Bodenwasservorräte im gesamten durchwurzelten
Bodenraum in Prozent zur nutzbaren Feldkapazität (© LWF)

Der Oktober 2025 war mit 8,6 °C + 0,5° wärmer zum langjährigen Mittel 1961–90, aber entsprach genau dem Durchschnitt des aktuellen Klimas. Mit 69,8 l/m² fiel landesweit + 14 % mehr Niederschlag als im Klima­mittel. Allerdings verteilte sich der Niederschlag sehr inhomogen. In den Alpen und im Bayerischen Wald fielen zwischen 100 und 150 l/m² Niederschlag, während es an der unteren Donau gerade einmal 25 bis 35 l/m² waren. Südlich der Donau lagen die Niederschlagsmengen ins­ge­­samt deutlich unter dem Lan­desmittel während es besonders im Einzugsgebiet des Mains deutlich überdurchschnittliche Werte gab. Durch Hochnebel und Wolken war es ein sonnenarmer Monat: mit 84,7 Stunden schien die Sonne 28 % weniger als im Mittel 1961–90 (DWD 2025).

Der Monat präsentierte sich mit starken Gegensätzen bzgl. der Lufttemperatur. In der ersten Monatshälfte noch mild, dann ein markanter Kälteeinbruch mit einem Vorgeschmack auf den Winter. Insgesamt aber verbunden mit einer ungewöhnlich hohen Sonnenscheindauer und dadurch auch vergleichsweise niederschlagsarm.

Die Bayern-Karte zeigt von beiden Monaten die mittlere NS-Abweichung zum Mittel aller WKSsZoombild vorhanden

Abb. 1b: Prozentuale Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Südliche Luftströmungen sorgten in der ersten Monatshälfte für den Zustrom milder Luft. An Allerheiligen war es verbreitet mild und trocken, bevor am Tag drauf ein Tiefausläufer für Niederschlag und eine leichte Abkühlung sorgte. In der ersten Woche setzte sich dann aber immer mehr Hochdruckeinfluss durch, wodurch sich die Luft langsam wieder erwärmte. Der Blattfall der Stielfall erfolgte heuer zum vieljährigen Mittel (7.11.). Damit startete der phänologische Winter und für die Vegetation die Winterruhe. Zu Beginn der zweiten Woche zog zunächst erneut ein Tiefausläu­fer mit Niederschlägen durch. Um die Monatsmitte blieb es dann aber weitestgehend trocken, allerdings kam es gebietsweise zu einer Hochnebeldecke, unter der die Lufttemperatur nicht über 5 °C stieg. Andernorts war es auch länger sonnig mit milden bis sehr milden Lufttemperaturen. Am 14. November meldete die DWD-Station Bad Kohlgrub-Roßhof im Alpenvorland bei leichter Föhnunterstützung noch einen Höchstwert von 22 °C. An der WKS Kreuth wur­de als Tem­peraturspitze 21,2 °C ge­messen. Zu Beginn der dritten Novemberwoche leitete der Zufluss maritimer Arktikluft verbunden mit kräftigen Niederschlägen einen deutlichen Temperaturrückgang ein. Im Bergland fielen ab dem 18. November die zeitweiligen Niederschläge als Schnee. Nachts stellte sich zunächst leichter Frost ein, der sich vom 21. bis 23. November zu mäßigem Frost (-5 °C bis -10 °C) und teils sogar strengem Frost (-10 °C bis -15°C) entwickelte. Am 23. November meldete die DWD-Station Oberstdorf als nationalen Rekord eine Tiefsttemperatur von -18,5 °C. An den WKS erreichte die alpi­ne Station Sonthofen ein Temperaturminimum von -15,5 °C. Zu Beginn der letzte Novemberwoche fiel teils bis in tiefe Lagen Schnee. Besonders im Südosten kam es infolge von gefrierendem Regen zu erheblicher Glatteisbildung, bevor es wieder milder wurde. Die Bodenwasserspeicher an den WKS füllten sich weiter auf, besonders durch die Niederschläge zu Monatsende, sodass auch in Würzburg der Füllstand 40 % nutzbare Feldkapazität überstieg. Insgesamt waren damit die Speicher von komplett bis ausreichend gefüllt.

Der November 2025 lag mit 3,3 °C + 0,5° über dem Klimamittel 1961–90, aber für das aktuelle Klima (1991–2020) fiel er etwas kälter aus (-0,4°) (DWD 2025). Mit 52,4 /m² fiel -24 % weniger Niederschlag als normal. Diesmal lag der Anteil zum langjährigen Mittel südlich der Donau deutlich höher als im Norden. Die Sonne lag mit 77,6 Stunden deutlich über dem langjährigen Mittel (+36 %). Während in Regensburg nur 38 Son­nenstunden erreicht wurden, waren es an höher gelegenen Stationen, besonders am Alpenrand über 100 Sonnenstunden. Auch in Augsburg wurde als Spitzenwert ein Wert von 160 Stunden erreicht (DWD 2025).

Herbst

Der Herbst 2025 lag mit 8,6 °C + 0,7° über dem Klimamittel 1961–90, aber mit + 0,1° zum Mittel 1991–2020 war er durchschnittlich im aktuellen Klima. Mit 224,4 l/m² fiel beim Niederschlag die Bilanz um 10 % höher als normal aus, hierfür sorgte der sehr nasse September sowie der Oktober, wodurch das Defizit im November ausgeglichen wurde. Allerdings war die Niederschlagsverteilung sehr unterschiedlich, besonders im Südosten wurde das Niederschlagssoll nicht erreicht. Beim Sonnenschein wies der Herbst mit 304,4 Stunden ein leichtes Defizit von -9% auf.

Abb. 3: Mittlere Lufttemperatur und Niederschlagssumme an den Waldklimastationen sowie an der Wetterstation Taferlruck

WaldklimastationenHöhe ü.NN [m]Oktober 2025
Temp. [°C]
Oktober 2025
NS [l/m²]
November 2025
Temp. [°C]
November 2025
NS [l/m²]
Altdorf (ALT)4068,9583,538
Altötting (AOE)4158,0632,861
Bad Brückenau (BBR)8124,81291,238
Berchtesgaden (BER)15004,0732,079
Dinkelsbühl (DIN)4687,3572,430
Ebersberg (EBE)5407,6772,756
Ebrach (EBR)4107,5792,137
Flossenbürg (FLO)8405,01020,845
Freising (FRE)5088,1512,678
Goldkronach (GOL)8005,51861,147
Höglwald (HOE)5458,1323,268
Kreuth (KRE)11005,7903,1130
Mitterfels (MIT)10254,4139-0,251
Riedenburg (RIE)4756,9262,545
Rothenkirchen (ROK)6705,31340,339
Rothenbuch (ROT)4708,4933,438
Sonthofen (SON)11705,91220,896
Taferlruck (TAF)7705,1130-0,261
Würzburg (WUE)3309,3544,433

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  • Dr. Lothar Zimmermann
  • Dr. Stephan Raspe