Nachrichten aus dem Zentrum Wald-Forst-Holz - LWF aktuell 149
Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan - bestehend aus der Studienfakultät für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TU München, der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT und der Bayrischen LWF - vereint Forschung, Lehre und Beratung an einem Standort und bildet den Knotenpunkt forstlicher Kompetenz in Bayern.
Die neuesten Nachrichten und Informationen aus dem ZWFH finden Sie auf dieser Seite. Die Nachrichten aus dem Zentrum erscheinen auch stets in der jeweiligen Ausgabe der LWF aktuell.
Dies Academicus: Jörg Ewald bester Forschender der HSWT
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Präsident der Hochschule Prof. h.c. (SNAU) Dr. Eric Veulliet (l.) und Prof. Dr. Jörg Ewald (r.) (© HSWT)
Für seine herausragenden Leistungen in der Forschung wurde Prof. Dr. Jörg Ewald von der Hochschule als bester Forschender der HSWT ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Dekan der Fakultät Wald und Forstwirtschaft ist Jörg Ewald in vielen wichtigen Funktionen tätig, unter anderem als Mitglied der Forschungskommission, als Dekan der Fakultät Wald und Forstwirtschaft oder im Koordinierungsrat des Zentrums Wald-Forst-Holz.
Jakob Hiller
Jetzt geht’s los: Kickoff-Veranstaltung für das Auwald-Forschungsprojekt „A-DUR"
Rund 30 Beteiligte im Projekt zur Erforschung der Auwälder der mittleren Isar versammelten sich zum ersten gemeinsamen Treffen in Freising.
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Erstes gemeinsames Meeting zum Auwaldprojekt „A-DUR". (© J. Hiller, ZWFH)
Firmen, Behörden, Forschende, Waldbesitzer – alle an einem Tisch. Neben dem Austausch über die Erwartungen an das gemeinsame Projekt wurden auch die zu überwindenden Hürden diskutiert. Dabei war der Input durch den Projektträger Jülich besonders wertvoll. Die derzeit vier Doktorandinnen und Doktoranden des Projekts stellten erste Methoden und die Vielfalt der zu erfassenden Daten vor. Die Aufnahmepunkte sind gleichmäßig über das gesamte Projektgebiet verteilt und sehen eine Vielzahl an Datenerhebungen vor, von der Besuchererfassung bis zur Kartierung vorkommender Insekten- und Vogelarten. In der Diskussion konnten bereits weitere Anknüpfungspunkte zwischen den einzelnen Teilprojekten identifiziert und verbessert werden.
Das Forschungsprojekt wird im Rahmen des Regulus-Forschungsprogramms vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
BDF-Seniorengruppe zu Besuch am Forstzentrum
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BDF-Seniorengruppe zu Besuch am Forstzentrum. Begrüßt wurden sie von Dr. Peter Pröbstle. (© J. Hiller, LWF)
Die Seniorengruppe des Bundes Deutscher Forstleute (BDF) besuchte das Zentrum Wald-Forst-Holz im Rahmen eines Tagesausflugs. Für einige Teilnehmer bedeutete dies eine Rückkehr zu den Wurzeln, an den Ort ihrer ehemaligen Ausbildungsstätte. Trotz fast 1000 Jahren gemeinsamer Berufserfahrung konnten die Senioren noch etwas Neues lernen, wie die Vorträge der Experten des Forstzentrums zeigten. Neueste Erkenntnisse aus der Wildbiologie, dem Waldschutz und anderen Themen wurden den Teilnehmenden vorgestellt. Der rege Austausch zu den Vorträgen spiegelte das große Interesse an den Fachthemen wider. Der Vormittag wurde durch eine Vorstellung der Vernetzungsarbeit des Zentrums Wald-Forst-Holz abgerundet.
Die Besuchergruppe verabschiedete sich mit vielen neuen Erkenntnissen zum nächsten Tagesordnungspunkt am Weihenstephaner Berg. Die Senioren zeigen beispielhaft, dass lebenslanges Lernen, besonders auch in heutigen Zeiten, wichtig ist.
KWF-Tagung 2024 in Schwarzenborn: Ein Rückblick auf die 18. Auflage
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Viele neue Kontakte konnten die ZWFH-Mitarbeiter auf der KWF-Tagung knüpfen. (© J. Hiller, LWF)
Vom 19. bis 22. Juni 2024 fand in Schwarzenborn (Hessen) die 18. KWF-Tagung statt – die weltweit größte Veranstaltung für Waldarbeit und Forsttechnik. Rund 50.000 Besucherinnen und Besucher informierten sich auf dem weitläufigen Ausstellungsgelände, bei Exkursionen und beim wissenschaftlichen Kongress über aktuelle Entwicklungen und Technologien in der Forstwirtschaft. Auf einer riesigen Wald- und Wiesenfläche präsentierten sich 521 Aussteller aus 30 Ländern auf einem etwa 5,5 km langen Rundweg. Hier gab es vier Sonderschauen zu den Themen: „Integriertes Waldbrandmanagement", „CampusForst – Forscher für den Forst", „Follow the Timber – Tracking und Tracing in der Holzbereitstellungskette" und „Wälder – Insekten – Schäden".
Das Forstzentrum Weihenstephan war auf der Sonderschau „Campus Forst – Forscher für den Forst" vertreten. Vorgestellt wurden unter anderem Forschungsprojekte zu Head-Up-Displays im Schutzhelm, Holz-Pilz-Verbindungen, Luchs-Monitoring und 3D-Fernerkundung.
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Das ZWFH war auf der Sonderschau „Campus Forst – Forscher für den Forst" vertreten. (© J. Hiller, ZWFH)
„Campus Forst", so der Name der Sonderschau beinhaltete auch die „Zukunftswerkstatt", eine Plattform, die den Austausch über zukünftige Entwicklungen im Forstbereich förderte. Hier hielt unter anderem Prof. Dr. Gabriele Weber-Blaschke von der TU München einen Vortrag zum Thema „Ressource Holz – Verfügbarkeit im Hinblick auf die große Transformation". Neben Prof. Dr. Weber-Blaschke war auch Wolfgang Falk von der LWF mit einem Vortrag über den „Standortsfaktor Wasserhaushalt im Klimawandel" vertreten.
Darüber hinaus wurden an drei Tagen bei Fachexkursionen 32 Arbeitsverfahren im Echtbetrieb vorgeführt. Auf der Exkursionsschleife konnten die Besucher praxisnahe Demonstrationen erleben und es gab die Möglichkeit für den direkten fachlichen Austausch. Das Forsttechnik-Team und Waldschutz-Team der LWF zeigten Techniken wie das Rindenschlitzen und dessen Waldschutzwirksamkeit.
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Rund 50.000 Besucherinnen und Besucher informierten sich auf der KWF-Tagung. (© J. Hiller, ZWFH)
Ein weiteres waldschutzwirksames Verfahren zeigte das Team um die HSWT. Zusammen mit dem KWF und der französischen Forstverwaltung (ONF) demonstrierte das Team ein vollmechanisiertes Arbeitsverfahren: die Entrindung im Bestand mittels speziell dafür modifizierten Harvesterköpfen (Debarking Heads).
Die 18. KWF-Tagung bot eine ideale Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen im Bereich der Forsttechnik und Waldarbeit. Trotz Regen war die Veranstaltung ein großer Erfolg und zeigte die Innovationskraft und das Engagement der Forstbranche. Rheinland-Pfalz wartet 2028 mit der nächsten KWF-Tagung auf.
Maja Bosch
Studienstart für rund 400 Studierende am Forstzentrum
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Markus Schaller, Geschäftsführer des ZWFH, begrüßt die neuen Studierenden am Forstcampus. (© J. Hiller, ZWFH)
190 Studierende begannen zum 01. Oktober in den Studiengängen „Forstingenieurwesen" (145) und „Arboristik und urbanes Waldmanagement" (45) ihr Studium an der HSWT. An der Technischen Universität München begannen 114 Studierende im Bachelorstudiengang „Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement" und 57 Masterstudierende im Studiengang „Forst und Holzwissenschaft". Im Masterstudiengang „Sustainable Ressource Management" haben 39 neue Studierende das Studium angetreten. Neu bei diesem Studiengang ist die Erhebung von Studiengebühren für Studierende außerhalb der EU. Das Zentrum Wald-Forst-Holz wünscht allen Studierenden einen guten Start in ein abwechslungsreiches und vielfältiges Studium und heißt Sie herzlich willkommen am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan. (Studierendenzahlen der TUM noch vorläufig).
Jakob Hiller
Klimafitte Berg- und Schutzwälder
Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten Ende April einer Einladung des WINALP21-Projektkonsortiums nach Innsbruck. Referenten und Referentinnen aus dem gesamten deutschsprachigen Alpenraum berichteten und diskutierten über vielfältige Themen von der Waldhistorie über Schutzwirkungen, zukünftige Waldtypen und ökophysiologische Anpassungen bis hin zu Waldbränden. Fachexperten und Fachexpertinnen begleiteten die Teilnehmenden zu einer halbtägigen Exkursion in die Wälder der Innsbrucker Nordkette. Das Verbundkonsortium nutzte diesen Tag zusätzlich zu einem internen Projekttreffen.
Das grenzüberschreitende Verbundprojekt „WINALP21 – Bergwälder fit im Klimawandel" untersucht die durch den Klimawandel besonders stark veränderten ökologischen Bedingungen im Gebirgsraum. Prof. Dr. Jörg Ewald leitet dieses Projekt im Rahmen seiner Forschungsprofessur „Diversität und Funktionen von Gebirgsökosystemen". Förderer des im Rahmen des INTERREG VIA Programms „Deutschland/Bayern – Österreich 2021–2027" finanzierten Projekts sind die Bayerische Forstverwaltung, die Ämter der Vorarlberger und Tiroler Landesregierungen sowie das Land Oberösterreich.
Ein Schwerpunkt des Forschungsvorhabens liegt auf der Abschätzung der Dürrerisiken, die mit zunehmender Hitze und Trockenheit immer höhere Lagen betreffen und die Anfälligkeit der Wälder gegenüber Störungen durch Borkenkäferbefall, Windwurf und Waldbrand erhöhen. Im Zuge dessen wird die Standorteignung für die aktuelle Waldvegetation neu bewertet, wobei auch zukünftige klimatische Bedingungen Berücksichtigung finden. Diese vorausschauende Anpassung der Bergwälder ist erforderlich, um ihre Nutz- und Schutzfunktionen auch in Zukunft zu gewährleisten.
Weiterführende Informationen
Nachruf Professor Dr. Wolf Rommel
Prof. Dr. Wolf Rommel engagierte sich drei Jahrzehnte lang in Forschung und Lehre an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Am 23. Mai ist er im Alter von 67 Jahren gestorben. Der Fakultät Wald und Forstwirtschaft stand er von 1993 bis 1999 als Dekan vor und war von 2007 bis 2016 Vizepräsident für Studium und Didaktik in der Hochschulleitung. Der gebürtige Württemberger schloss 1984 an der Universität Freiburg den Diplomstudiengang Forstwissenschaften ab. Sein Weg in die Praxis führte ihn danach unter anderem an die Forstlichen Versuchsanstalten Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Nach der Promotion an der Universität Freiburg wurde er 1991 als Professor an die damalige Fachhochschule Weihenstephan berufen. Im Rahmen des 31. Weihenstephaner Forsttags im Jahr 2021 verabschiedete ihn die Fakultät in den Ruhestand. In der Lehre lag der Schwerpunkt des Professors auf den Fächern Forstliche Betriebswirtschaftslehre, Forstbetriebsplanung sowie Forstgeschichte und Menschenführung. Auch nach seinem Ruhestand blieb Professor Rommel hier teilweise weiterhin aktiv. Vor allem die Kombination von praxisbezogener Lehre und Wissensvermittlung an junge Menschen lag ihm am Herzen. Mit großer Freude erfüllte es ihn, wenn er ehemalige Studierende wiedersah und erfuhr, dass ihre Ausbildung an der HSWT erfolgreich war. Darüber hinaus wirkte er seit der Gründung im Jahr 2003 in zahlreichen Projekten des Zentrums Wald-Forst-Holz mit. Für den Forstexperten bildete die Einrichtung mit den Partnern HSWT, TUM und LWF eine einzigartige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis in Europa. Der HSWT wird Prof. Dr. Wolf Dieter Rommel als sehr geschätzter Kollege und Mensch, der sich durch sein großes Engagement und seine Freundlichkeit auszeichnete, in Erinnerung bleiben.
Nachruf Professor Dr. Christian Mettin
Prof. Dr. Christian Mettin lehrte als Professor für Standortskunde und Waldernährung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Jetzt ist Christian Mettin im Alter von 78 Jahren verstorben. Der gebürtige Nordrhein-Westfale beschäftigte sich leidenschaftlich mit Forstwirtschaft und Jagd. Auch privat, etwa als Jagdaufseher in seiner Heimatgemeinde, setzte er sich stark für den Wald und die Anpassung der Wildbestände zugunsten eines zukunftsfähigen Mischwaldes ein.
Jakob Hiller
Oberbayerischer Waldtag in Holzkirchen
Ob Borkenkäfer unter dem Mikroskop, Artenspürhund oder Baumarten für den Klimawandel – ein umfangreiches Angebot des Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan gab es auf dem Oberbayerischen Waldtag in Holzkirchen zu bestaunen.
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Die Abteilung Waldschutz der LWF zog am gemeinsamen Zentrumsstand das Interesse vieler praxiserfahrener Waldbauern auf sich. (© J. Hiller ZWFH)
Etwa 8.000 bis 10.000 Besucherinnen und Besucher folgten am 15. September der Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen zum Oberbayerischen Waldtag 2024. Am Gelände rund um das Kloster Reutberg in Sachsenkam wurde von rund 100 Ausstellerinnen und Ausstellern Wissens- und Sehenswertes zu den Themen Wald und Forstwirtschaft gezeigt.
Der Waldtag war auf vier Teilbereiche mit Festplatz, Waldparcours, Sägewerk sowie Zimmerei- und Schreinerbereich verteilt, zwischen denen die Besucher kostenfrei mit Shuttlebussen wechseln konnten. Das Zentrum Wald-Forst-Holz war auf dem Ausstellungsgelände am Festplatz mit einem Stand zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und den Forstbereichen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Technischen Universität München (TUM) vertreten. Zahlreiche Exponate der Abteilung Waldschutz der LWF zogen das Interesse vieler praxiserfahrener Waldbauern auf sich. Für Fragen zum Thema Waldschutz, zum Beispiel zur Verbreitung des Eschentriebsterbens, aber auch zur Baumartenwahl im Klimawandel standen Experten der LWF zur Verfügung. Ein Artensuchhund, welcher auf die Suche nach dem Asiatischen Laubholzbock spezialisiert ist, zeigte sein Können in kurzen Vorführungen.
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Auf großes Interesse stießen die Merk- und Faltblätter der LWF beim Publikum. (© LWF)
Die HSWT und TUM informierten über forstliche Studiengänge und boten vor allem jungen Studieninteressierten einen Einblick in das forstliche Studium am Campus in Weihenstephan. Neu im Angebot der HSWT ist der Bachelorstudiengang Arboristik und Urbanes Waldmanagement. Hier lernen Studierende, wie sie Aufgaben der Baumpflege, Verwaltung, Besucherlenkung und des Naturschutzes in Grünflächen und stadtnahen Wäldern eigenverantwortlich übernehmen.
Vom forstlichen Unternehmer über Vereine bis hin zu verschiedenen Ämtern waren die Aussteller bunt gemischt. Sie boten ein abwechslungsreiches Programm für Besucher jeden Alters.
Stört die Störung? Dynamik im Dauerwald
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Prof. Dr. Thomas Knoke im Vortrag über die finanziellen Auswirkungen des Wildverbisses im Wald. (© J. Hiller, ZWFH)
Auf der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Deutschland e.V. in Bad Windsheim war der Umgang mit Störungen im Wirtschaftswald das Leitthema der diesjährigen ANW-Tagung. Beide Fachvorträge mit anschließender Diskussion stammten von Professoren aus dem Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan.
Prof. Dr. Rupert Seidl (TUM) sprach über „Störungen und naturgemäße Waldbewirtschaftung". Er stellte heraus, dass die Störereignisse in Europa immer weiter ansteigen: Die stärkste Zunahme ist bei den Borkenkäfern mit einer Verdoppelung der Kubikmeter pro Jahr in den letzten 20 Jahren zu verzeichnen. Der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Knoke (TUM) trug den Titel: „Wild und sein Einfluss auf Waldresilienz, -resistenz und Wirtschaftlichkeit der Forstbetriebe". Die Ergebnisse der vorgestellten Untersuchungen zeigen, dass Wildverbiss einen starken finanziellen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Forstbetrieben haben kann. Das Forstzentrum hat die Veranstaltung mit einem Messestand begleitet.
Die Folien der Fachvorträge finden Sie hier.
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