01.04.2026
Das Borkenkäfermonitoring startet wieder - Blickpunkt Waldschutz Nr. 2/2026
von Cornelia Triebenbacher und Tobias Frühbrodt

Försterin in Dienstweste gibt Daten in ihr Toughpad ein. Im Hintergrund steht eine schwarze Borkenkäferfalle.

Försterin erfasst die Fangzahlen einer Borkenkäferfalle digital im Wald – Grundlage für das bayernweite Monitoring (© T. Hase, StMELF)

Pünktlich zum 1. April startet wie gewohnt das bayernweite Borkenkäfermonitoring. Die Fallen sind aufgestellt und die Bruthölzer ausgelegt: wir sind also bestens im Bilde, wenn bzw. wo Buchdrucker und Co. ihren Schwärmflug im Frühjahr beginnen. Sobald die ersten Fichtenborkenkäfer starten, werden wir Sie wieder regelmäßig über den neuesten Stand informieren.

Nutzen Sie jetzt noch die derzeitige kühle Witterung aus, um mögliche Resthölzer und nicht aufgearbeitete Käferbäume aus dem Wald zu entfernen! Noch besteht die Möglichkeit, damit die Ausgangspopulationen für den Start in die diesjährige Borkenkäfersaison deutlich zu reduzieren! Achten Sie auch auf (vereinzelte) Schnee- und Windbrüche – besonders in der Rhön!

Denn sobald die günstigen Witterungsbedingungen für das Ausschwärmen der überwinternden Fichtenborkenkäfer erreicht sind, ist mit Neubefall zu rechnen und in entsprechend gefährdeten Beständen muss dann mit der regelmäßigen Befallssuche begonnen werden. Buchdrucker benötigen warme (> 16,5 °C) und trockene Bedingungen zum Ausfliegen.
Auch wenn die Borkenkäferschäden 2025 zum zweiten Jahr in Folge deutlich zurückgegangen sind, verursachten sie mit rund 1,9 Mio. EFM nach wie vor das meiste Schadholz in Bayerns Wäldern. Neu ist, dass sich die Hauptschadgebiete in Bayern verschoben haben: Von den bisherigen Käferhotspots in Nordbayern und im Bayerischen Wald nach Südbayern (vgl. Abbildung). Besonders Regionen mit Vorschädigungen durch Hagel, Schnee- und Sturmbruch aus 2023 und 2024 bildeten im letzten Jahr die Schwerpunkte des Befallsgeschehens. Dazu zählen Teile der Amtsbereiche Augsburg, Ebersberg-Erding, Holzkirchen, Rosenheim und Weilheim. Auch in Fürstenfeldbruck, Regensburg und Landau zeichnet sich eine starke Zunahme der gemeldeten Borkenkäferschäden ab.
Die weitere Befallsentwicklung ist stark von den Witterungsbedingungen abhängig und lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Dennoch sollte man gerade in den Fichtenwäldern südlich der Donau besonders auf der Hut sein und die „saubere Waldwirtschaft“ konsequent und gewissenhaft umsetzen. Das gilt aber auch für alle anderen Regionen, denn mit wiederansteigenden Populationen ist entsprechend der nach wie vor vielerorts hohen Fichtenvorräte und des guten Entwicklungspotenzials der Borkenkäfer-Bruten in Folge der oft überdurchschnittlichen Temperaturen jederzeit zu rechnen!

Bayernkarte zeigt Borkenkäfer-Schadholzmengen an der Fichte im Jahr 2025 nach Forstämtern in Bayern für allen Besitzarten

Abb. 1: Borkenkäfer-Schadholzmengen an der Fichte im Jahr 2025 nach Forstämtern in Bayern für allen Besitzarten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat sich das Schadgeschehen verschoben: zum ersten Mal sind die höchsten Mengen nun in Oberbayern gemeldet. (Datenquelle: Waldschutzmeldewesen)