Im Rahmen des Fem2forests Projekts soll der Anteil der Frauen in der Forstwirtschaft bis 2030 erhöht werden, indem Mädchen und junge Frauen befähigt, unterstützt und begleitet werden, um Karrierewege in der Forstwirtschaft zu entwickeln. Das von der EU Co-finanzierte Interreg Donauraum Projekt Fem2forests bringt 15 Partnerinstitutionen aus 9 Ländern des Donauraumes zusammen: Slowenien, Deutschland, Österreich, Ukraine, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Rumänien, Tschechien und Kroatien.
Die Analysen und Ergebnisse im Projekt Fem2forests ermöglichen erstmals einen systematischen Vergleich der Berufsorientierungssysteme sowie der Berufswege und Herausforderungen beim Berufseinstieg in der Forstwirtschaft zwischen den beteiligten Ländern im Donauraum. Sie zeigen eindrucksvoll: Insbesondere weibliche Vorbilder und grundlegende Informationen zu den Studieninhalten inspirieren Mädchen und junge Frauen in ihren Berufsentscheidungen. Wichtig ist dabei, die Vielfalt der Studieninhalte und zukünftigen Aufgabenfelder aufzuzeigen. Das soll bei Mädchen verbreitete Stereotype über den Arbeitsplatz „Wald“ abbauen und zeigen, wie vielfältig und attraktiv die verschiedenen Berufsbilder sind.
Aus diesen Feststellungen heraus wurde europaweit die Idee entwickelt mit einem Botschafterinnenprogramm nationale Umsetzungen zu initiieren. Ziele für die Botschafterinnen sind Vielfalt zu fördern, Rollenbilder aufzubrechen und Wissen langfristig in den jeweiligen Organisationen weiterzutragen, um mehr junge Frauen für den Forstbereich begeistern können.
Zur Vorbereitung der nationalen Umsetzungen fand am 21. und 22. Oktober 2025 an der Fakultät für Waldwirtschaft und Holztechnologie der Universität Zagreb ein transnationaler Workshop statt. Durch die internationale Vernetzung wurden methodische Ideen entwickelt, um die Kompetenzen zu stärken. Die Botschafterinnen erarbeiteten praxisnahe Konzepte, wie sie Kinder und Jugendliche – von Kindergarten bis Berufsschule – für den Wald und die Forstwirtschaft begeistern können.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Stärkung der Sichtbarkeit und Vernetzung von Frauen in der Forstwirtschaft. Die Teilnehmerinnen entwickelten gemeinsam praxisnahe Ansätze, um Frauen in dem nach wie vor männlich dominierten Berufsfeld stärker sichtbar zu machen. Denkbar sind Netzwerktreffen, die Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen sowie gezielte Kommunikationsmaßnahmen. Die Projektpartner und die Botschafterinnen haben im Zuge des Projektes Informationsmaterialien, Social-Media-Kampagnen und Erfolgsgeschichten entwickelt, um junge Frauen für forstliche Berufe zu begeistern und Rollenbilder aufzubrechen. Die im Workshop erarbeiteten Tools und Konzepte bilden nun die Grundlage für die nationale Umsetzung des Botschafterinnenprogramms und sollen dazu beitragen, mehr Frauen für die Forstwirtschaft zu gewinnen und die Gleichstellung in der Branche nachhaltig zu stärken.
Eine Teilnehmerin fasste ihre Eindrücke so zusammen: „Es gibt so viele andere großartige Frauen, die sich für die Arbeit im Wald interessieren und dafür brennen. Es ist wichtig, nicht zu versuchen, sich in die ‚Männerwelt‘ einzufügen, sondern die Art und Weise zu verändern, wie wir handeln, denken und miteinander kommunizieren.“