Forschungs- und Innovationsprojekt
Auswirkungen verschiedener Verfahren maschineller Kulturflächenvorbereitung auf Konkurrenzvegetation und Anwuchserfolg von Forstkulturen (MaKuVo)

Funkraupe reißt Grasdecke auf Pflanzfläche aufZoombild vorhanden

Funkraupe bei der Kulturvorbereitung (© N. Reichmann, LWF)

Nach Stürmen oder Insektenbefall entwickelt sich auf vielen Waldflächen eine dichte Konkurrenzvegetation aus Gräsern, Brombeeren und krautigen Pflanzen. Diese erschwert die Wiederaufforstung und beeinträchtigt den Anwuchserfolg von Forstkulturen.

Die Vorbereitung solcher Flächen ist häufig aufwendig: Handgeführte Verfahren benötigen viel Zeit und Personal, während der Einsatz großer Maschinen Bodenstruktur und vorhandene Naturverjüngung beeinträchtigen kann. Daher rücken alternative, bodenschonendere maschinelle Verfahren zunehmend in den Fokus.

Zielsetzung

Die Auswirkungen verschiedener Verfahren der maschinellen Kulturflächenvorbereitung auf die Entwicklung der Forstkultur, die Entwicklung der Begleitvegetation, die Biodiversität der Bodenvegetation und den Aufwand für die Kulturpflege werden untersucht. Ziel ist es, je nach Art und Umfang vorhandener Konkurrenzvegetation passende Arbeitsverfahren zu finden, die sowohl den Boden schonen als auch den jungen Bäumen ein gutes Wachstum ermöglichen.

Hintergrund

Wenn Wälder durch Stürme oder Insektenbefall aufgelichtet werden, bildet sich oft eine üppige Bodenvegetation aus Gräsern, Brombeere und anderen krautigen Pflanzen. Diese Vegetation kann die Wiederaufforstung derartiger Flächen erschweren sowie den Anwuchserfolg und die Entwicklung der Forstkultur beeinträchtigen. Eine Vorbereitung der Flächen mit handgeführten Geräten, wie Freischneider, Kultursensen oder Heppe ist mühsam und braucht viel Zeit. Häufig fehlt dafür das Personal. Deshalb werden solche Flächen oft mit Forstfräsen gemulcht, die an große Raupen oder an schwere landwirtschaftliche Schlepper angebaut sind. Bei diesen Verfahren wird der Bewuchs einschließlich der Wurzelstöcke zerkleinert und mit der obersten Bodenschicht vermischt. Junge Baumpflanzen, die sich bereits natürlich angesamt hatten, werden dabei ebenfalls beseitigt. Durch die ganzflächige Befahrung kann die Bodenstruktur nachteilig verändert werden. Als alternative Arbeitsverfahren könnten Anbaugeräte an Kranauslegern oder an kleinen Funkraupen (Foto) verwendet werden. Maschinen mit Kran können von den vorhandenen Rückegassen aus operieren. Kleine ferngesteuerte Raupen können bodenschonender auf der Fläche arbeiten.

Methodik

Im Rahmen des Projekts sollen zwei Versuchsflächen angelegt werden, eine auf einem nährstoffreichen Boden mit z. B. Brombeerbewuchs und eine auf einem nährstoffarmen Boden mit Gräsern als Konkurrenzvegetation. Jede Methode wird fünfmal auf 25 x 25 Meter großen Parzellen angewendet, die zufällig verteilt sind. Nach dem Pflanzen der Bäume wird über mehrere Jahre beobachtet, wie gut die Bäume anwachsen, wie schnell sie wachsen und wie viel Pflege nötig ist. Außerdem wird verglichen, wie sich die verschiedenen Methoden auf die Artenvielfalt in der Bodenvegetation auswirken.

Projektinformationen
Projektleitung: Frauke Pampe
Stv. Projektleitung: Dr. Herbert Borchert
Projektbearbeitung: N.N.
Laufzeit: 01.06.2025 bis 31.08.2029
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Förderkennzeichen: A039