Forschungs- und Innovationsprojekt
Harmonisierte Bilanzierung des Nährstoffhaushaltes auf Intensivmessflächen des Forstlichen Umweltmonitorings - Teilprojekt A3 Stoffhaushaltstypen und Risikobewertung

Laubwald mit Kunststoffröhren, die im Boden steckenZoombild vorhanden

Messstationen der Waldklimastationen Freising (© V. Schäuble)

Wälder sind Lebensraum für zahlreiche Arten und sichern Klimaschutz sowie Wasserversorgung. Seit über 30 Jahren untersucht das forstliche Umweltmonitoring in Deutschland die Wechselwirkungen zwischen Wald und Umwelt. Das Projekt nutzt diese Daten, entwickelt daraus Entscheidungshilfen für die Praxis und stärkt damit eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Resilienz unserer Wälder gegenüber zukünftigen Herausforderungen.

Ausgangssituation

An mehr als 60 Standorten erhebt das forstliche Umweltmonitoring seit über 30 Jahren Daten zu Waldzustand, die Einflüsse, denen sie ausgesetzt sind und ihre Reaktionen darauf. Durch die lange Messreihe und das umfangreiche Messprogramm liegt inzwischen ein großer Datenbestand vor. Eine gemeinsame Auswertung über Fachgebiete und Bundesländer hinweg liefert einen wertvollen Beitrag für die nachhaltige Waldbewirtschaftung – eine Kernaufgabe des forstlichen Umweltmonitorings.

Projektziel

Das Projekt wertet die Stoffbilanzen der Flächen des intensiven forstlichen Umweltmonitorings bundesweit aus und quantifiziert die zentralen Prozesse typischer Waldökosysteme mit einer einheitlichen Methodik. Dafür erstellt das Projekt standortsspezifische Ökosystembilanzen. Sie erklären Vitalitäts- und Wuchsreaktionen sowie Veränderungen der Waldböden.
Auf dieser Grundlage lassen sich weitere Ökosystemfunktionen von Wäldern bestimmen, wie Kohlenstoffbindung und Wasservorsorge. Gleichzeitig bewertet das Projekt mögliche Gefährdungen. Die Ergebnisse verbessern das Prozessverständnis und fließen in prozessorientierte Modelle ein. Diese Modelle simulieren zukünftige Entwicklungen unter verschiedenen Annahmen zu Nutzungsintensitäten, Klimaänderungen und Stoffeinträgen aus der Atmosphäre.
Das Projekt überführt die Methoden und Ergebnisse anschließend in Handlungsanweisungen, Merkblätter und Software-Tools für die forstliche Praxis.

Methodik & Arbeitspakete

Das Arbeitspaket der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft bündelt alle Bilanzbestandteile. Zunächst identifiziert das Projekt mit Clusteranalysen Stoffhaushaltstypen der Intensivflächen. Anschließend bewertet es diese Stoffhaushaltstypen anhand praxisrelevanter Zielgrößen. Danach untersucht es die Dynamik der Stoffhaushaltstypen und sich daraus ergebende Veränderungen.
Als Ergebnis entsteht ein Regelwerk zur Risikobeurteilung von Standorten und sich ändernden klimatischen, forstlichen und atmosphärischen Bedingungen. Dieses Regelwerk bildet die Grundlage für eine praxisorientierte Beratung.

Nutzwert für Forstpraxis

Das Projekt entwickelt wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfen eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Szenariensimulationen vergleichen unterschiedliche Intensitäten der Biomassenutzung in typischen Waldökosystemen und zeigen nutzbare Potenziale unter Einhaltung der stofflichen Nachhaltigkeit.
Gleichzeitig macht das Projekt Effekte auf andere Ökosystemleistungen sichtbar. So kann das forstliche Management frühzeitig reagieren und unerwünschte Wirkungen vermeiden.

Projektinformationen
Projektleitung: Laura Wachtveitl, Dr. Stephan Raspe
Projektbearbeitung: Dr. Tatiana Reichert, Roman Schaller
Laufzeit: 01.12.2024 – 30.11.2027
Durchführende Institution: Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt
Finanzierung: FNR