Pressemitteilung
Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest: Neuer Spezialist für Schwarzwild an der Forstlichen Landesanstalt

Portraitaufnahme von Egbert GleichZoombild vorhanden

© C. Josten, Forstzentrum

Freising, 15.11.2022: Seit Juli 2022 gibt es an der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) einen neuen Experten zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen. Dr. Egbert Gleich, ein bundesweit anerkannter Experte für Schwarzwild, konnte für diese Aufgabe gewonnen werden.

Schwarzwild ist eine unserer anpassungsfähigsten und reproduktivsten Wildarten. Ergänzt durch eine Vielzahl anderer förderlicher Bedingungen im Wildlebensraum, stiegen die Populationsdichten in den letzten Jahrzehnten stetig an. Parallel breitet sich jedoch die Afrikanische Schweinepest, rasch v.a. über Ost- und Südosteuropa aus. Derzeit ist die Seuche nur noch 135 km von der bayerischen Landesgrenze entfernt. Die Auswirkungen auf Hausschweine wie Wildschweine sind in den Seuchengebieten dramatisch.

Daher werden in Bayern alle Maßnahmen zur Seuchenprävention konsequent ergriffen, um einen Ausbruch der Seuche zu verhindern oder einen Ausbruch ggf. möglichst rasch wieder einzudämmen.

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft leistet mit der neuen Expertenstelle einen wichtigen Beitrag zur ASP-Prävention in Bayern. Dr. Gleich steht der Jägerschaft, Veterinärmedizin- und -verwaltung, sowie anderen betroffenen Entscheidungsträgern als kompetenter Ansprechpartner für die notwendigen Präventionsmaßnahmen zur Verfügung. Sein umfangreiches Wissen und die vielfältigen Erfahrungen sollen mithelfen, durch wirksame Präventionsmethoden einen ASP-Seuchenbefall in Bayern zu verhindern bzw. einen solchen schnell einzudämmen.
Bache mit zwei Frischlingen suhlt sich am WaldbodenZoombild vorhanden

© Dr. E. Gleich, LWF

Als ASP-Experte des Landes Brandenburg befasste sich Dr. Gleich seit 2014, also dem Beginn des ASP-Seuchenbefalls in der Europäischen Union, maßgeblich mit der wissenschaftlichen Erarbeitung von Methoden zur Prävention und Bekämpfung. Seit September 2020 war er ausschließlich mit dem ASP-Tierseuchenbekämpfungsgeschehen in Brandenburg beschäftigt. Dr. Gleich entwickelte verschiedene Fanganlagensysteme zur tierschutzgerechten Anwendung im Praxiseinsatz weiter und überführte sie in den Bekämpfungsgebieten in die Fangpraxis. Durch die Ergebnisse seiner Arbeiten konnten effiziente Entnahmemethoden für die potenziellen Wirtstiere entwickelt werden. Dies trug zu kleinflächigen Tilgungserfolgen und einer Verlangsamung des Seuchenfortschrittes in den von der ASP betroffenen Wildlebensräumen bei. Gleichzeitig ist Dr. Gleich an der Ausbildung von Personal zur ASP-Tierseuchenbekämpfung im gesamten Bundesgebiet maßgeblich beteiligt. Das Spektrum seiner Erfahrungen ist nach seiner über drei Jahrzehnte andauernden Tätigkeit in der Eberswalder Wildforschung ausgesprochen umfangreich –Dr. Gleich ist daher interdisziplinär und über die deutschen Landesgrenzen hinaus ein gefragter Experte.
In Bayern wird er neben den bereits erarbeiteten Maßnahmen zur Verhinderung eines eventuellen ASP-Seuchenfalls zusammen mit den zuständigen Fachstellen den derzeitigen Kenntnisstand -wissenschaftlich und praktisch - weiter vertiefen. Alle betroffenen Akteure vor Ort können so mit den notwendigen Präventionsmaßnahmen vertraut gemacht und auf einen möglichen Seuchenbefall vorbereitet werden.

Hintergrundinformationen und weiterführende Links zum Thema

Ansprechpartner:
Dr. Egbert Gleich
Abteilung Biodiversität und Jagd
Tel.: +49 8161 4591-501
E-Mail: poststelle@lwf.bayern.de