Neues LFW-Merkblatt
Hitze und Trockenheit gefährden Forstkulturen - Manche Kultur kann durch effiziente Bewässerung gerettet werden

Arbeiter bewässert Forstkultur mit Schlauch aus einem Fahrzeug mit WassertankZoombild vorhanden

Schlauchbewässerung mit 2.000 l Tank mit Stromaggregat und Tauchpumpe von der Rückegasse aus (© R. Schwanzer, AELF Ansbach)

Auch wenn es in Südbayern immer wieder einmal kräftig regnete – nördlich der Donau warten die Waldböden seit Wochen vergeblich auf das dringend benötigte Wasser von oben. Damit besteht nicht nur eine erhebliche Waldbrandgefahr, mancherorts kämpfen auch junge Forstpflanzen ums Überleben. „Manche Waldbesitzer greifen notgedrungen zu Gießkanne oder Schlauch. Unser neues Merkblatt zeigt, wie sie das effizient und wassersparend tun können“ meint Dr. Peter Pröbstle, der Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Pünktlich zur Hitzewelle haben seine Waldexperten ein neues Merkblatt mit viel Praxiswissen rund um das Thema Bewässerung herausgebracht.

Lange war in Bayerns Wälder von Bewässerung keine Rede. Doch mit der Häufung sehr trockener und heißer Jahre steigen im Zuge des Klimawandels gerade in Nordbayern die Absterberaten bei frisch gepflanzten Forstkulturen. Eine punktuelle – wassersparende Bewässerung der kleinen Pflänzchen kann mithelfen, dass die Verjüngung unserer Wälder gelingen kann. Das neue Merkblatt der LWF gibt dazu wertvolle Hilfestellung.

Effizienter Einsatz von Wasser im Wald ist dabei nicht nur ein Kostenfaktor, sondern auch eine Ressourcenfrage: „Wasser ist gerade in Trockenzeiten ein knappes Gut. Deswegen darf eine künstliche Bewässerung im Wald nur nach sorgfältiger Vorüberlegung gezielt, sparsam und als Notlösung erfolgen“, meint der LWF-Leiter Pröbstle. Waldbesitzer hätten aber auch weitere Möglichkeiten, positiv auf das Wassermanagement im Wald einzuwirken, so Hajo Klemmt, der Abteilungsleiter für Waldbau an der LWF. Gerade das Pflanzenmaterial und die Pflanztechnik spielen eine entscheidende Rolle. Waldbesitzer sollten darüber hinaus - wenn möglich - die Naturverjüngung bei der Schaffung zukunftsfähiger Mischwälder stärker mit einbeziehen. Sollte trotzdem die Bewässerung einer Forstkultur notwendig werden, gibt das Merkblatt wichtige Tipps: zum richtigen Zeitpunkt, zur ausreichenden Menge und zum richtigen Verfahren.

Gemäß des Forstlichen Förderprogrammes (WALDFÖPR 2020) für waldbauliche Maßnahmen ist in Bayern auch eine finanzielle Förderung für die Bewässerung von Forstkulturen möglich. Die Details dazu erfahren Waldbesitzer vom zuständigen Beratungsrevier an ihrem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).

Das LWF-Merkblatt „Bewässerung von Forstkulturen“ steht als kostenloser Download und Druckausgabe zur Bestellung bereit:

LWF-Merkblatt 48: Bewässerung von Forstkulturen Externer Link

Ansprechpartner
Otmar Rupert
Abteilung Waldbau
Tel.: +49 921 591 1617
E-Mail: poststelle@lwf.bayern.de