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Bilche/Siebenschläfer

Im Gegensatz zu den Eichhörnchen bevorzugen die Bilche Laubholzbestände.
Besonders gefährdet sind Bestände im Stangenholzalter. Die Bilche Schälen die Rinde der jungen Bäume, um an den nahrhaften Phloemsaft zu gelangen. Der Verzehr von Samen ist für den Bestand nicht schädlich.

Aussehen

Siebenschläfer haben ein dichtes, graubraunes Fell, das unter-seits wesentlich heller ist als oben. Um die Augen befinden sich dunkle bis schwarze Ringe. Der Schwanz ist halb so lang wie der Körper und buschig behaart.

Habitat

Der Siebenschläfer kommt v. a. in alten, hellen Laub- und Laubmischwälder mit zahlreichen Baumhöhlen vor. In Nadelreinbestände lebt er nur, wenn viele Nistkästen aufgehängt sind. Siebenschläfer meiden ausgedehnte, nasse und kalte Ebenen. Sie bevorzugen Mittelgebirge (bis 800 m ü. NN, ausnahmsweise auch bis 1 500 m ü. NN) bzw. ein ausgeprägtes Relief, wo sie gute Überwinterungsmöglichkeiten im Boden (z. B. klüftigen Felsboden) finden.

Lebensweise

Bilche sind bodenscheue Nachttiere, die nur bei Dämmerungseinbruch das Nest verlassen und erst im Morgengrauen in ihr Versteck zurückkehren. Sie sind nur selten tagsüber aktiv. Die Populationsdichte ist stark von der Witterung, dem Angebot natürlicher oder künstlicher Nistmöglichkeiten und der Nahrung abhängig. Siebenschläfer neigen auch ohne ersichtlichen Grund zu heftigen Populationsschwankungen. Sie können in kalten, regnerischen Sommern ihre Vermehrung vollständig einstellen.
Bilche leben sehr gesellig in kleinen Familientrupps. Die Paarungszeit ist zwischen März und April. Die Bruthöhle wird erst Mitte bis Ende Juni bezogen, sobald die meisten Vogelarten ausgezogen sind (Zweitbewohner). Anfang August kommen dann 5 – 9 Junge (Nesthocker) zur Welt. Siebenschläfer überwintern etwa 7 Monate von Sept./Okt. bis März/April in einer Art Winterschlaf entweder 20 – 150 cm tief im Boden oder in alten Spechthöhlen, Gartenlauben oder Schutzhütten.

Nahrung

Im Frühjahr bis Frühsommer ernähren sie sich von Phloemsaft und Bast, daneben auch von Knospen, Keimlingen und Blättern. Im Spätsommer und Herbst bevorzugen sie dagegen Früchte, Obst und Samen. Insekten, Vogeleier sowie junge Kleinvögel dienen nur als Nebenkost.

Schaden

An der Rinde

Um an den Phloemsaft zu gelangen, verwunden sie die Rinde in Form von An- und Einbissen. Dabei bleibt das Kambialgewebe meist unverletzt und die Bäume können den Schaden gut ausheilen. Um jedoch neben Phloemsaft auch an Bast zu kommen, schälen Siebenschläfer die Rinde ähnlich wie Eichhörnchen. Der Splint wird dabei nur selten verletzt. Je nach Größe und Baumart sind die Schälschäden gut ausheilbar.
Sie sind v. a. in Stangenhölzern und in Wipfeln von Althölzern, bevorzugt über Astansatzstellen, zu finden und werden vor allem im Herbst und Frühjahr vor und nach dem Winterschlaf verursacht. Besonders gefährdet sind grobastige Bäume, auf denen Tiere gut klettern können, aber auch unterständige, relativ trockene Bäumchen. Die Schäden finden sich meist im Durchmesserbereich des Schaftes zwischen 3 und 5 cm, bevorzugt an HBu, Bu, dann SalWei, Bi, Erl, Ei, auch zuweilen an Hasel und FAh.

Verzehr von Samen

Der Verzehr von Samen ist für den Bestand nicht schädlich.

Schadensvermeidung

Eine Überpopulation bricht meist im folgenden Jahr aus natürlichen Gründen zusammen. Wie das Eichhörnchen gehört auch der Siebenschläfer zu den „besonders geschützten Arten“ des Anhangs I der Bundesartenschutzverordnung. Will man Siebenschläfer nicht in der Nachbarschaft, sollte man auf eine Ausbringung von Nistkästen und Einbringung von Wildobst in Nähe gefährdeter JP- bzw. JD- Flächen verzichten. Weitere Schutzmaßnahmen scheitern meist an der Aus- bzw. Aufbringung in der Schadenshöhe. Eine Möglichkeit ist die Aufbringung repellent wirkender Mittel. Diese wirken jedoch nur temporär und bieten keinen 100 %-igen Schutz.

Natürliche Feinde

Zu den natürlichen Feinden zählen v. a. Wildschwein und Fuchs. Diese graben Siebenschläfer im Winterschlaf aus. Weitere Feinde sind Baummarder, Iltis, Uhus und andere Eulenarten.