Fichtenaltholz mit Buchenvoranbau

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Englisch: willow
Die Silberweide (Salix alba L.)

Die Silberweide ist die Baumart der planaren und kollinen Stufe und kommt in vielen Teilen Europas vor. Bevorzugt wächst sie in den Weichholzauen großer Flüsse, vor allem in den Auen der Donau, seltener auch am Rhein.

Systematik

  
  
  
  
  
Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Malpighiales = Malpighienartigen
Familie Salicaceae = Weidengewächse
Gattung Salicaceae = Weidengewächse
Art Salix alba (L.) = Silberweide

Verbreitung

Von rund 500 Weidenarten sind etwa 50 in Mitteleuropa heimisch, wovon die Mehrzahl in Auen lebt (Lautenschlager-Fleury 1994). Ob als Strauchweiden im Ober- oder als Baumweiden im Unterlauf von Bächen und Flüssen, ökologisch sind sie in der unteren Weichholzaue angesiedelt. Dort treten im Jahresverlauf große Wasserschwankungen auf, so dass nach Überflutungen von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten oft Trockenperioden folgen. Eisschub und Kies entwurzeln oder beschädigen immer wieder die Bäume. Um hier überleben zu können, müssen sie biegsam sein und starkes Regenerationsvermögen besitzen.

Pilze

Vergleichende Untersuchungen in Baden-Württemberg haben gezeigt, dass in keinem anderen Waldtyp so wenige Mykorrhizapilzarten vorkommen, wie dem Auwald einschließlich der Weidengebüsche [Grosse-Brauckmann 1983; Winterhoff 1993]. Dennoch finden wir eine Reihe von Pilzarten, die eine ganz charakteristische Pilzflora im Auwald und den Weidengebüschen prägen, zu der eine große Zahl weniger bekannter Saprophyten, darunter eine große Zahl von Holzzersetzern gehören.
Aspekte der Genetik und Vermehrung werden ausführlich von Randolf Schirmer beleuchtet.

Forstliche Bedeutung

Besonders nach dem zweiten Weltkrieg förderte die Forstwirtschaft den Anbau von Kulturpappeln. Die Baumart wurde aufgrund ihres hohen Wuchspotentials für Aufforstungen verwendet. Die Furcht vor einer kommender Holznot war damals groß.

Heute wird sie unter anderem zur Zellstoffproduktion angebaut. Besondere Bedeutung kommt der Silberweide aber als Pioniergehölz in noch natürlichen, dynamischen Flusssystemen hervor. Desweitern hat sie sehr positive Eigenschaften im Erosions-, Klima- und Lärmschutz.

Verwendung der Weide

Holz
Nur wenige Weidenarten bilden unter ihnen zusagenden Bedingungen große Bäume mit durchgehenden, geraden Schäften. Die Silberweide (Salix alba L.) nebst verschiedenen Unterarten und Formen gehört zu den Baumweiden.

Andererseits liefern Silberweide und andere Baumweiden ein beachtenswertes, vielseitig verwendbares Holz. Zu den besonderen Vorzügen des Weidenholzes gehören insbesondere seine gleichmäßige, homogene Struktur und sein geringes Gewicht. Die Weide läßt sich hervorragend schälen. Diese Schälfurniere sind bestens geeignet für die Herstellung von Sperrholz, Zündhölzern und Holzdraht. Für den Möbelbau liefert sie ein hervorragendes Blindholz. Aber auch für Massivholzmöbel ist Weidenholz durchaus verwendbar.

Die Silberweide nebst ihren Unterarten und Formen der mit Abstand wichtigste Weidenholzlieferant.
Kopfweiden
Traditionell wurden neben dem Holz der Weiden auch die Ruten zur Korbmacherei verwendet. Durch den jahrelangen Schnitt haben sich bizarre Gebilde entwickelt, die man als Kopfweiden bezeichnet. Die kopfartigen Verwachsungen zeigen zahlreiche Höhlen auf und bieten vielen Tieren Unterschlupf und Lebensraum. Aufgrund der abnehmenden Nutzung drohen viele dieser alten Kopfweiden zusammenzubrechen und werden immer weniger.

Weide in der Medizin

Heilmittel aus der Weidenrinde (Salicis cortex) haben traditionell einen festen Platz im Arzneischatz der Volksmedizin. Heute nehmen in der modernen Phytotherapie standardisierte Pharmaka aus Weidenrindenextrakt bei definierten Anwendungsgebieten (wie z. B. gegen Fieber, Schmerzen und Entzündungen) einen festen Platz ein.

Lebensraum Weide

Biber
Eng an die Weiden angepasst, lebt der Biber, Deutschlands größtes Nagetier. Seine Hauptnahrung ist die Rinde von Weichlaubhölzern, allen voran die von Weiden. Die rohfaserreiche, energetisch aber wenig ergiebige Rinde kann der Biber mittels besonderer Bakterien im Blinddarm aufschließen [Hoover u. Clarke 1972]. Dieser bakterieneiweißreiche Vitaminkot wird ausgeschieden und erneut zur Verdauung aufgenommen [Tevis 1950]. Dadurch gelingt es ihm auch aus proteinarmer Nahrung in Zeiten des Nahrungsmangels seinen Eiweißbedarf zu decken. Die geschälten Astabschnitte dienen wiederum als Baumaterial für seine Dämme und Burgen.

Aber auch die Weide profitiert von der Aktivität des Bibers. Seine Kahlhiebe im Ufersaum schaffen ein Freiflächenklima, wodurch Halbschatt- und Schattbaumarten sich nicht so erfolgreich verjüngen. Lichtliebende Nahrungspflanzen wie die Weiden profitierten davon.
Insekten
Blühende Weidenkätzchen werden von sehr vielen Insekten besucht: neben Bienen, Hummeln, Wespen finden sich Fliegen, Käfer, Schmetterlinge (Tag- wie Nachtfalter), aber selbst Ameisen ein. Demnach scheinen Weidenblüten ein klassisches Beispiel insektenblütiger Pflanzen darzustellen, belegbar durch die ausgeklügelte Insektenattraktivität sowohl männlicher als auch weiblicher Kätzchen.
Vögel
Zum einen spielen Weiden durch ihr reichhaltiges Insektenleben eine wichtige Rolle bei der Nahrungssuche von Insekten fressenden Vogelarten. Zum anderen saugen einige Arten, wie der Zilzalp, Nektar aus den Weidenkätzchen.

Weiterführende Informationen zur Silberweide