Fichtenaltholz mit Buchenvoranbau

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Deutsch auch Heide-Wacholder; Enlisch: common juniper
Der gemeine Wacholder (Juniperus communis L.)

Wenngleich kein forstlicher Primus, so ist der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) doch eine ganz besondere Holzart. Sie ist die am weitesten verbreitete Konifere der Welt, wenn nicht sogar die am weitesten verbreitete Baumart überhaupt, und dies, obwohl sie unter den einheimischen Baumarten sicherlich eine der konkurrenzschwächsten ist.

Wissenswertes zum Wacholder

Der Name Juniperus war schon bei den Römern in Gebrauch. Er ist wahrscheinlich abgeleitet vom lateinischen juvenis (jung) und parus (gebärend) und im Sinne von iuveni-paros (zu früh gebärend, abortierend) auf die abtreibende Wirkung der Beerenzapfen verschiedener Wacholderarten zurückzuführen. Von der großen Bedeutung und Wertschätzung, die der Gemeine Wacholder für unsere Vorfahren hatte, zeugen seine vielen Trivialnamen wie Feuerbaum, Krammetsbaum, Kranewitt, Machandelbaum, Räucherstrauch, Reckholder, Wachtelbeerstrauch, Weckholder oder Weihrauchbaum.

Systematik

  
  
  
  
  
  
  
  
Klasse Tracheophyta = Gefäßpflanzen
Unterklasse Coniferopsida = Samenpflanzen
Ordnung Coniferales = Koniferen
Familie Cupressaceae = Zypressengewächse
Unterfamilie Cupressoideae
Gattung Juniperus = Wacholder
Untergattung Juniperus
Art Juniperus communis L. = Gemeiner Wacholder

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wacholder umspannt die gesamte nördliche Halbkugel mit Europa, Asien und Nordamerikades Wacholder. Er kommt in der arktischen Tundra vor (z. B. an den eisfreien Küsten Grönlands sowie am Nordkap) und besitzt Teilareale in den Gebirgen des Mittelmeerraumes, des Kaukasus und des Himalaya. Die Art besiedelt alle Höhenlagen bis fast 4.000m und gilt in Europa als das Nadelgehölz mit der größten Kältetoleranz. Aufgrund seiner ausgeprägten Konkurrenzschwäche wir der Wacholder aber meist auf trockene oder anmoorige Böden verdrängt. Durchgehend verbreitet ist der Wacholder in den Kalkgebirgen Süddeutschlands, den Kalkalpen, der Schwäbischen und Fränkischen Alb sowie in den norddeutschen Sandgebieten der Lüneburger Heide und der Lausitz.
Größere Verbreitung allerdings erreicht er erst in vom Menschen devastierten, lichten Wäldern und auf extensiv genutzten Weiden. Da ausgeplünderte Wälder bei uns mehr und mehr der Vergangenheit angehören, ebenso wie die Wanderschäferei im großen Stil, nimmt der Lebensraum für den lichthungrigen Wacholder ab.

Wuchsformen

Dass die Art uns in recht unterschiedlichen morphologischen Erscheinungsformen begegnet, erstaunt angesichts der weiten ökologischen Amplitude nicht. Die Wuchsformen reichen von wenige Zentimeter hohen Spalieren bis hin zu den aus der Lüneburger Heide oder der Alb bekannten säulenförmig aufstrebenden Büschen. Die extreme Spalierform ist eine Anpassung an arktische und alpine Klimate.
In Europas Hochgebirgen ist der Zwergwuchs mit dem Auftreten kürzerer (weniger als 1 cm) langer, gekrümmter und relativ stumpfer Nadeln gekoppelt. Man unterscheidet hier den Zwerg-Wacholder (Juniperus communis ssp. alpina) als eigene Unterart (oder als Art Juniperus sibirica Burgsd.). Weniger bekannt ist das Auftreten von Wacholder-Bäumen mit einem astfreien Stammabschnitt und Wuchshöhen von bis zu 18 m (ROLOFF et al. 2001).

Waldschutz

Pilze
Am Wacholder (Juniperus spp.) treten aus Sicht des Pflanzenschutzes potentiell eine Reihe von Krankheiten und Schädlingen auf. Eine größere Bedeutung besitzt hier der Birnengitterrost, eine von Gymnosporangium sabinae hervorgerufene Pilzkrankheit. Der wirtswechselnden Rostpilz benötigt für seinen vollständigen Entwicklungszyklus zwei Pflanzenarten, den Wacholder und die Birne. Beim Wacholder können auf längere Sicht die betroffenen Zweige absterben, eventuell auch ganze Pflanzen (insbesondere junge). Als wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung des Pilzes wird die Entfernung einer der beiden Wirte empfohlen.
Insekten
Juniperus-Arten weisen im Vergleich zu anderen Baumarten zwar nur wenige ernsthafte Schädlinge auf, der Zierwert der einzelnen Pflanzen kann jedoch stark beeinträchtigt werden. So verursacht z. B. die Wacholder-Deckelschildlaus verfärbte Nadeln und vertrocknete Triebe, die Wacholderbaumlaus Nadelvergilbungen und vorzeitigen Nadelfall. Fraßschäden und auffällige Gespinstnester an den befallenen Trieben kennzeichnen den Befall der Wacholdergespinstmotte.

Wacholder in der Medizin

Als eine der ältesten Heil- und Gewürzpflanzen wurde der Wacholder in der Volksmedizin zu allen Zeiten insbesondere als Antiseptikum und harntreibendes Mittel eingesetzt. Im Mittelalter galten zudem die Beeren - innerlich angewandt - sowie die Zweige zum Ausräuchern der Krankenzimmer als Mittel gegen die Pest. Auch heute noch werden die ätherischen Öle der Wacholderbeeren zur Arzneimittelherstellung verwendet.

Holz

Das Holz des Wacholder ist relativ schwer, ausgesprochen feinfaserig, zäh und fest, aber trotzdem leicht zu bearbeiten. Es ist im hohem Maße witterungsresistent und zudem nicht anfällig gegenüber holzzerstörenden Pilzen und Insekten. Verwendung findet es heute vor allem bei der Herstellung von kunstgewerblichen Artikeln und Kleinmöbeln sowie für Intarsienarbeiten.

Holzeigenschaften des Wacholder Externer Link

Lebensraum Wacholder

43 Vogelarten fressen die Früchte des Wacholders. Damit liegt er in der Spitzengruppe unserer einheimischen Gehölze (TURCEK 1961). Unter den Nutzern sind auch alle unsere einheimischen Drosseln wie Wacholder-, Mistel-, Schwarz- und Singdrossel zu finden.Bei genauer Beobachtung stellt man aber fest, dass Wacholderbeeren zwar als Nahrung aufgenommen werden, aber bei Vogelarten nicht sehr beliebt sind.

Weiterführende Informationen zum Wacholder