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Holzeinschlag

Die Daten für die amtliche Holzeinschlagsstatistik werden über mehrere Methoden erfasst.

Die Bayerischen Staatsforsten und die Bundesforsten melden die jährlich im Staatswald angefallenen Holzmengen. Der Holzeinschlag im Privat- und Körperschaftswald wird über Befragungen erhoben. Dazu schreibt die LWF jährlich ein gleichbleibendes Kollektiv von etwa 1.300 privaten Waldbesitzern an, die freiwillig Angaben zu ihrem Holzeinschlag machen. Im Körperschaftswald werden jährlich insgesamt 400 Kommunen angeschrieben. Diese Daten aus den Stichprobenbefragungen werden für den Gesamtwald in Bayern hochgerechnet. Der Holzeinschlag wird trotzdem möglicherweise noch nicht vollständig statistisch erfasst. Zum Vergleich sind deshalb auch der jährliche Holzzuwachs und die jährliche durchschnittliche Nutzung aus den Ergebnissen der Bundeswaldinventur dargestellt.
Die Grafik zeigt in der linken Säule die laut Auswertung der dritten Bundeswaldinventur (BWI 3) zwischen 2002 und 2012 in Bayern jährlich gewachsenen Holzmengen von ca. 24 Millionen Erntefestmetern (Efm). Der zweite Balken daneben stellt die durchschnittliche jährliche Nutzung nach der BWI 3 dar. Es wurden jährlich etwa 1,7 Millionen Erntefestmeter weniger Holz genutzt als zugewachsen sind. Die folgenden Säulen zeigen den Holzeinschlag der amtlichen Statistik der Jahre 2007 bis 2019.

Balkendiagramm mit fünfzehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 1: Holzeinschlag in Bayern von 2007 bis 2019. Aufgetragen sind auch die durchschnittliche Nutzung und der Zuwachs nach der dritten Bundeswaldinventur.
(Rundungsbedingte Abweichungen zur Summe der Einzelwerte sind möglich)
Mit dem Klimawandel nehmen Wetterextreme in Bayern zu. Hierdurch erhöhen sich auch die Schadholzmengen (ZE), die durch Ereignisse wie Sturm, Käfer, Schneebruch usw. anfallen. In der folgenden Tabelle sind die durch die amtliche Einschlagsstatistik erfassten ZE-Mengen in Bayern der Jahre 2008 bis 2019 dargestellt.

Balkendiagramm mit zwölf mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse links der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) und rechts der Schadholzanteil dargestellt.

Abbildung 2: Einschlag in Bayern zwischen 2008 und 2019 nach den Ursachen. Zusätzlich ist der Anteil des Schadholzes angegeben.

Im Jahr 2007 führte der Sturm „Kyrill“ und 2008 „Emma“ zu einem hohen Holzanfall gefolgt von regional deutlichen Schäden durch Borkenkäfer. In den folgenden Jahren wurde deutlich weniger Holz eingeschlagen. 2015 verursachte das Sturmtief „Niklas“ zu einem Zeitpunkt, als der Wintereinschlag so gut wie beendet war, erhebliche Windwurfschäden. In der Folge konnten Buchdrucker und Kupferstecher eine Massenvermehrung aufbauen, die bis ins Jahr 2019 anhält.

2016 wurde der Frischholzeinschlag wegen der Borkenkäfermassenvermehrung (3,4 Mio. Efm) und den Schäden durch Niklas zurückgenommen. Im Jahr 2017 verursachten Insekten eine Schadholzmenge von 4,1 Mio. Efm und Stürme 2,6 Mio. Efm. Ähnlich hohe Schadholzmengen (Insekten 4,8 Mio. Efm; Sturm 1,8 Mio. Efm) waren auch 2018 wieder zu verzeichnen. Im Jahr 2019 steigerten sich die Schadholzmengen in Bayern auf 10,9 Mio. Efm, wovon 6,3 Mio. Efm durch Käferbefall verursacht waren.
Die Forstwirtschaft in Bayern stellt knapp ein Drittel des gesamten Rohholzes in Deutschland zur Verfügung. Die ersten beiden Säulen geben die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur an, die Daten der Spalten 2007 bis 2019 sind aus der amtlichen Holzeinschlagsstatistik entnommen.

Über alle Waldbesitzarten hinweg wurden im Jahr 2019 insgesamt 19,0 Millionen Festmeter Holz geerntet. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Holzeinschlag um 3 Prozent.

Der Privatwald schlug mit 66 Prozent den überwiegenden Teil des Holzes ein. 26 Prozent stammten aus dem Staatswald Bayerns und etwa 7 Prozent aus den Körperschaftswäldern. Im Staatswald des Bundes fällt knapp 1 Prozent der Holzmenge an.

Balkendiagramm mit fünfzehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 3: Holzeinschlag in Bayern 2007 - 2019 nach Waldbesitzarten
Vom Holzeinschlag 2019 wurde 49 Prozent für Sägewerke im In- und Ausland als Stammholz bereitgestellt.

Weitere 9 Prozent wurden als Industrieholz zur stofflichen Nutzung an die Holzwerkstoff- sowie Papier- und Zellstoffindustrie geliefert.

38 Prozent des Einschlags diente der Energieerzeugung für Wärme und Strom in Form von Scheitholz oder Hackschnitzeln. Der Anteil der direkten energetischen Nutzung von Rohholz war 2019 im betrachteten Zeitraum am höchsten.

Kreisdiagramm mit vier ausgestellten Teilen für die Sorten. Den größten Anteil bildete Stammholz mit 9,25 Mio. EFm = 49%, den kleinsten mit 820.000 EFm = 4% nicht verwertetes Holz.

Abbildung 4: Holzeinschlag in Bayern 2019 nach Sorten
Getrennt nach Nadelholz- und Laubholzarten bietet sich folgendes Bild:

Die Stammholzmenge bei den Nadelbaumarten war von 2006 bis 2012 von 13,5 Millionen Festmeter auf 7,5 Millionen Festmeter gesunken; von 2013 bis 2015 konnten die Mengen kontinuierlich gesteigert werden. Die starke Zunahme im Jahr 2015 ist dem hohen Schadholzanfall des Sturms „Niklas“ geschuldet. Im Jahr 2016 sank die Holzmenge im Vergleich zum Vorjahr und stieg dann 2017 und 2018 wieder etwas an, ohne die Menge von 2015 zu erreichen. 2019 sank die Menge wieder auf 8,8 Mio. Efm. Die energetische Verwertung des Nadelholzes stieg zum Vorjahr, aber auch wegen der Borkenkäfermassenvermehrung, um 5 Prozentpunkte auf 34 % an.

Balkendiagramm mit vierzehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 5: Nadelholzeinschlag nach Sorten in Bayern 2006 - 2019

Der Einschlag beim Laubholz wurde bis 2013 deutlich gesteigert, wobei die Bereitstellung von Stammholz und Industrieholz (stoffliche Nutzung) annähernd gleich blieb. Der Mengenzuwachs bis 2013 entfiel allein auf Energieholz. Bis 2016 sank die Einschlagsmenge beim Laubholz wieder. Im Jahr 2019 wurden etwa 1,7 Millionen Festmeter (60 Prozent) des eingeschlagenen Holzes als Energieholz genutzt. Als Gründe für das hohe Aufkommen an Energieholz beim Laubholz werden neben dem höheren Stammholzanteil der Nadelhölzer, eine teilweise fehlende stoffliche Verwertungsmöglichkeit, der große Eigenbedarf für Energieholz im Kleinprivatwald und mangelnden Pflege der Laubhölzer gesehen.

Balkendiagramm mit vierzehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 6: Laubholzeinschlag in Bayern 2006 - 2019

Quellenangaben

Darstellung zum Holzeinschlag: © Statistisches Bundesamt

Datenerhebung zum Einschlag im Privat- und Körperschaftswald: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Abteilung Waldbesitz, Beratung, Forstpolitik

Daten der Bundeswaldinventur: Thünen-Institut, Dritte Bundeswaldinventur - Ergebnisdatenbank, https://bwi.info