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Hans-Joachim Klemmt, Birgit Reger, Wolfgang Falk und Jörg Kunz
Der Feldahorn – Vorkommen und Wachstum in Bayern - LWF-Wissen 77

Der Feldahorn (A. campestre) ist eine wohlbeschriebene, allerdings im Hinblick auf Vorkommen und Wachstum wenig erforschte Baumart. In Deutschland existieren derzeit keine großflächigen, langfristigen Beobachtungs- oder gar ertragskundliche Versuchsflächen, die es ermöglichen würden, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, wenngleich dieser Baumart einstimmig in zahlreichen Arbeiten (Kölling 2007; Hemery et al. 2010; Häberle 2011) eine wachsende Bedeutung für den Waldaufbau Deutschlands aufgrund des Klimawandels attestiert wird.

Politische Karte Bayerns stellt die Verbreitung seltener Baumarten dar: Der Feldahorn ist über fast ganz Bayern verteilt, wobei er aber in der nördlichen Hälfte Bayerns häufiger vorkommt.Zoombild vorhanden

Abbildung: Inventurpunkte der BWI 2012 mit seltenen
Baumarten (unter anderem Feldahorn) in Bayern
(Auswahl WZP4)

Für Feldahorne werden in der wissenschaftlichen Literatur häufig mittlere Höhen von 10 bis 15m (Mayer 1984; Waldherr 1997; Häberle 2011) angegeben. Roloff (2015) beschreibt dagegen etwas größere erreichbare Höhen von 20m, gelegentlich bis 25m. Mayer (1984) bezeichnet diese Baumart als »trägwüchsigen Baum zweiter Größe«, Waldherr (1997) als »Baumart der zweiten Schicht«.

Sein durchschnittliches natürliches Altersspektrum wird von Mayer (1984) mit 150 Jahren, von Häberle (2011) bis 200 Jahren angegeben. Laut Häberle (2011) überschreiten die erreichbaren Durchmesser in Brusthöhe selten 30cm. Mayer (1984) gibt 40cm als Obergrenze an, Waldherr (1997) und Roloff (2015) hingegen 70cm (selten 100cm). Letztere Werte dürften ein Resultat der ebenso von allen Autoren beschriebenen Eigenschaft des Vorkommens als Großstrauch mit mehreren gleichberechtigten Stämmen (Waldherr 1997; Häberle 2011; Roloff 2015) sein, die mit zunehmendem Alter und zunehmender Dimension zusammenwachsen und sich gegebenenfalls als Komplexstamm weiterentwickeln. Alle benannten Autoren berichten allerdings von Einzelexemplaren, die deutlich größere Höhen und Durchmesser erreichen können.

Bezüglich des standörtlichen Vorkommens beschreibt Waldherr (1997) den Feldahorn als Art der verhältnismäßig gut nährstoffversorgten Laubmischwälder, wobei dieser Waldinnenränder und lichte Stellen bevorzuge. Er sei hinsichtlich der Standortgüte vergleichsweise anspruchslos, verlange aber viel Sommerwärme.

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