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Forschungs- und Innovationsprojekt
Auswirkungen von Waldumbaumaßnahmen auf Waldstruktur und Biodiversität (Projekt L 59)

Gemischter Waldbestand.

Der Umbau von Nadelholz-Reinbeständen wird in Bayern seit vielen Jahrzehnten betrieben und gern auch als das größte Naturschutzvorhaben in unseren Wäldern dargestellt. Vielfach wird postuliert, dass Waldumbau zu einer Erhöhung der Biodiversität führt.

Insgesamt gibt es aber nur wenige Studien, die die Auswirkungen von Waldumbaumaßnahmen auf die Biodiversität (insb. auch auf Ebene der Landschaft) tatsächlich untersuchen. Der „ökologische Ertrag“ des Waldumbaus ist daher - sowohl qualitativ wie auch quantitativ - noch nicht hinreichend bekannt. Diese Forschungslücke soll mittels des Projekts verkleinert werden.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen des Projekts werden folgende Hypothesen überprüft:

  • Der Umbau von Fichtenreinbeständen führt zu einer größeren Struktur- und Nischenvielfalt der Wälder.
  • Waldumbaumaßnahmen wirken sich auf die Artenzusammensetzung der Wälder aus, wobei Laubwald-Arten profitieren, Nadelwald-Arten dagegen zurückgehen.
  • Der Umbau von Fichtenreinbeständen führt zu einer Erhöhung der Alpha-, Beta- und Gamma-Diversität.
  • Der Effekt der Umbaumaßnahmen auf Struktur- und Artenreichtum steigt mit fortschreitender Entwicklung und zunehmenden Laubholzanteil der Bestände an.
  • Eine Kombination verschiedener Bewirtschaftungssysteme innerhalb einer Landschaft beeinflusst die Biodiversität positiv.

Methodik

Skizzen mit verschiedenen Waldbildern.Zoombild vorhanden

Abbildung: Versuchsdesign

Die Effekte des Waldumbaus auf Waldstruktur und Biodiversität werden anhand verschiedener Bewirtschaftungssysteme (Fichtenreinbestandswirtschaft vs. Umbau von Fichtenreinbeständen in Fichten-Buchen-Mischbestände) analysiert. Um die Wirkungen der Waldbewirtschaftung auch auf Ebene der Landschaft erfassen zu können, werden pro Bewirtschaftungssystem jeweils mehrere Flächen untersucht, die möglichst alle relevanten Bestandesphasen repräsentieren (Abb. 1).

Damit Unterschiede hinsichtlich der Biodiversität tatsächlich auf die Bewirtschaftung zurückgeführt werden können, wird bei der Auswahl der Flächen auf möglichst homogene Standortsbedingungen, eine ausreichende Größe der Bestände (geringe Randeffekte) und geringe Distanzen zwischen den Probebeständen geachtet. Die Flächen der Umbauvarianten weisen ferner jeweils vergleichbare Mischungsanteile von Fichte und Buche auf.

Auf den Probeflächen werden nach standardisierten Methoden Daten zur Waldstruktur, zum Boden sowie zu verschiedenen, wald- und ökosystemrelevanten Artengruppen erhoben (Gefäßpflanzen, Moose, Pilze Laufkäfer, Fluginsekten, Vögel sowie als Bodenorganismen Regenwürmer). Basierend auf den Erhebungen können sodann für die verschiedenen Systeme Aussagen zur Alpha- (z. B. mittlere Artenzahl pro Bestand), Beta- (Artenwechsel zwischen den Beständen) und Gamma-Diversität (Artenvielfalt auf Landschaftsebene) getroffen und mit den erhobenen Strukturdaten in Beziehung gesetzt werden. Durch eine Zusammenführung der Daten können wertvolle Erkenntnisse darüber generiert werden, inwieweit Biodiversität durch forstliche Bewirtschaftung gezielt gesteuert und entwickelt werden kann.
Projektinformationen
Projektleiter: Dr. Thomas Kudernatsch, Abteilung 6 Biodiversität, Naturschutz, Jagd; Dr. Hans-Joachim Klemmt, Abt. 2 Boden und Klima; Stefan Tretter, Abt. 3 Waldbau und Bergwald
Laufzeit: 01.12.2018 - 31.03.2022
Durchführende Institution: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten